Auf dem Programmzettel der ersten großen Bergparade zum Jahresende stehen genau 623 Trachtenträger und 323 Bergmusiker. "Wir sind gerüstet", sagt Jochen Rosenberger vom Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine in Freiberg. Mit klingendem Spiel, wehenden Fahnen und in historischen Trachten marschieren sie an diesem Samstag durch Chemnitz.

Die letzte große Parade der Saison - genau einen Tag vor Weihnachten - führt dann traditionell durch Annaberg-Buchholz. Beim Landesverband laufen alle Fäden für die großen Auftritte in den kommenden vier Wochen zusammen. "Wir sind eingestimmt, die Zeit das Wartens ist vorbei", sagt Rosenberger, der 1993 dabei war, als die Bergknappschaft Marienberg wiedergegründet wurde. Zur Wendezeit gab es im Erzgebirge 14 Vereine, erzählt er. Inzwischen hat der Verband 60 Mitgliedsvereine - von Traditionsvereinen bis zu Kapellen -, rund 3000 Männer, Frauen und Kinder sind dabei. Zur Adventszeit sind sie besonders gefragt - bei großen Bergparaden ebenso wie bei kleineren Aufzügen auf Weihnachtsmärkten, bei sogenannten Mettschichten. Und das nicht nur im Erzgebirge.

Auch in diesem Jahr präsentieren sich die Vereine mit einer großen Parade im Flachland: Am 22. Dezember blasen sie den Leipzigern ihren Marsch. "Immer in der Hoffnung, dass wir dadurch Gäste ins Erzgebirge locken", sagt Rosenberger. Die Kalender sind prall gefüllt - über den Jahreswechsel hinaus. "Aber die Weihnachtszeit ist schon besonders", sagt Rosenberger. Allein 18 große und kleine Paraden stehen bis Weihnachten an. Dazu kämen etliche Auftritte in kleineren Orten. Hoffentlich spielt das Wetter mit.