"Wir bieten gute Sportmöglichkeiten, die Fußballfans nutzen können", sagte der Sprecher der Tourismus Marketing Brandenburg, Christian Tänzler.
Daneben haben Tourismuswirtschaft, Hotellerie und Gastronomie "WM-Muffel" als potenzielle Gäste im Auge. "Wir können uns vorstellen, als fußballfreie Zone zahlreiche Menschen für einen Besuch des Landes zu begeistern", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg, Uwe Strunk.
Wer sich nicht unbedingt für Fußball interessiert und dem WM-Trubel entfliehen möchte, finde in schöner Landschaft mit einem vielfältigen Angebot an Sehenswürdigkeiten sowie Unterkünften eine Alternative, lautet die Überlegung. Allerdings gebe es für Projekte während der Weltmeisterschaft noch keine konkreten Überlegungen oder Planungen, räumt Strunk ein. Fußballfans aus aller Welt seien natürlich in Brandenburg herzlich willkommen.

Umland kann punkten
Auch Tänzler sagt: "Wir bieten sowohl als auch an." Fraglich ist laut Hotel- und Gaststättenverband, ob WM-Touristen aber längere Anfahrten zu den Attraktionen des Landes wirklich in Kauf nehmen.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam sieht die WM 2006 als Chance für Brandenburgs Wirtschaft. "Insbesondere das Umland von Berlin kann in jedem Fall durch kreative Angebote punkten. Jedoch sollten die Erwartungen nicht zu hoch angesetzt werden", erklärte Barbara Nitsche.
Strenge Auflagen des Weltfußballverbandes FIFA ließen nicht viel Spielraum für Nicht-Austragungsorte, sich ohne großen finanziellen Aufwand zu beteiligen. "Die WM kann bei Hotellerie und Gastronomie wie ein Katalysator dazu dienen, beispielsweise den Standortvorteil der Mehrsprachigkeit auszubauen und ein Rahmenprogramm zu entwerfen, das nicht nur mit Fußball zu tun haben muss."
Das Land will allerdings auch im direkten WM-Geschäft mitmischen. "Vier Hotels mit Sporteinrichtungen bieten sich den in Berlin spielenden Mannschaften als Wohn- und Trainingsquartier an", erläutert Rüdiger Lorenz vom Brandenburger Fußballverband. Potsdam und Rheinsberg, das Sportzentrum Kienbaum und Bad Saarow bewerben sich. Von der WM erwartet Lorenz eine Fußballbegeisterung bei Jugendlichen, die der Verband nutzen will - schließlich ist Nachwuchs rar.

Schulen sind mit am Ball
Zehn Brandenburger Hotels bieten sich als Quartiere für Fußballfans an, wenn auch der internationale WM-Katalog sie als Berliner Herbergen aufführt. Brandenburgs Schulen sind nach Angaben des Sprechers im Potsdamer Sportministerium, Thomas Hainz, in das Programm des Deutschen Fußballbundes DFB eingebunden. Mit Aktionen wird versucht, Kinder für die WM zu begeistern und Wissenswertes über die teilnehmenden Länder zu vermitteln.