Sachsen, Brandenburg und der Bund haben die Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk neu beschlossen. Im Januar tritt das dritte Abkommen in Kraft.

Bis zu 18,6 Millionen Euro Gesamtförderung soll die Stiftung demnach pro Jahr bekommen. Die Hälfte davon zahlt der Bund, weitere 6,2 Millionen Euro fließen aus Sachsen zu, die restlichen 3,1 Millionen aus Brandenburg. Drei Sechstel Bund, zwei Sechstel Sachsen und ein Sechstel Land Brandenburg - diese Finanzierungsanteile der drei Parteien wurden im dritten Abkommen festgeschrieben.

Der Sorbe Stanislaw Tillich (CDU) ist zufrieden. Mit dem Abkommen habe die schwarz-rote Koalition Wort gehalten und für eine gute und verlässliche finanzielle Grundlage gesorgt, damit die Stiftung ihre Arbeit fortführen kann.

"Sorbische Sprache und Kultur sind fest verwoben mit Sachsen und Teil der sächsischen Identität", so Sachsens Regierungschef, "das Abkommen hilft, für eine lebendige Zukunft zu sorgen."

Das Abkommen gilt für die nächsten fünf Jahre und kann, wenn nichts dazwischen kommt, um ein Jahr verlängert werden. "Das sorbische Volk ist infolge der historischen Entwicklung heute eine verhältnismäßig kleine Sprachgruppe", sagt Kunstministerin Eva-Maria-Stange (SPD). Um im Wettbewerb der Kulturen mithalten zu können, brauche das Sorbische dauerhafte Unterstützung. "Die Stiftung für das sorbische Volk leistet hierzu einen überaus wertvollen Beitrag." Schätzungsweise 20 000 Menschen - überwiegend Lausitzer - sprechen heute noch aktiv ihre alte westslawische Sprache.

Die Minderheit der Sorben wird auf 60 000 geschätzt. In Sachsen leben rund um Bautzen die Obersorben, in Brandenburg rund um Cottbus die Niedersorben. Entsprechend der Siedlungsverteilung beider Gruppen zahlen beide Länder in die Sorbenstiftung ein. Das letzte Abkommen dazu schlossen beide Länder mit dem Bund im Juli 2009. Das Geld war allerdings knapp. Die dort festgelegten 16,8 Millionen Euro reichten für die Stiftungsarbeit nicht. Schon 2013 mussten die Vertragspartner eine Million Euro nachschieben.

Die Stiftung mit Sitz in Bautzen pflegt die sorbische Sprache und Kultur. Sie fördert das seit dem Jahr 1952 bestehende Sorbische National-Ensemble, das Deutsch-Sorbische Volkstheater sowie die beiden Museen in Bautzen und Cottbus. Der zur Stiftung gehörende Domowina-Verlag gibt sorbische Bücher und Zeitungen heraus.