Marianne Materna, Vorsitzende des Kinderschutzbundes von Cottbus und ehrenamtliche Beauftragte des Oberbürgermeisters für Kinder und Jugendfragen: "Hier in München hat die Politik nicht so eine große Rolle gespielt, sondern die Bürger werden geschätzt. Wir sind hier in Bayern mit einer ganz großen Gastfreundschaft empfangen worden.

Die Offenheit hat mich sehr angenehm überrascht. Für mich ist es in den 20 Jahren normal geworden, in den ,Westen' zu fahren. Und das ist auch gut so. Es wird aber sicher noch lange dauern, bis die Einheit vollendet ist, vor allem in den Köpfen der Älteren. Es liegt an beiden Seiten: Wie man sich zuhört, wie man aufeinander zugeht. Ich habe immer versucht, meinen Teil dazu beizutragen, dass ich nicht ,der Ossie' bin."

Cordula Rother, Kita-Leiterin aus Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz): "Eine andere Welt ist München für mich nicht mehr. Für die Einheit ist schon noch was zu tun, vor allem in den Köpfen der Menschen. Es ist zwar schon eine Menge passiert, aber es muss noch weitergehen."

Fred Kaiser, ehrenamtlicher Bürgermeister der mehrfach prämierten Gemeinde Dissen-Striesow (Spree-Neiße) und Mitglied der Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister: "In unseren Orten in Brandenburg hat sich nach der Wende wahnsinnig viel verändert. Zur DDR-Zeit hat sich nichts bewegt. Damit ist auch viel in den Köpfen passiert.

Wenn ich heute nach München fahre, ist das genauso, wie wenn ich nach Berlin, Dresden oder Leipzig fahre. Für mich ist das ein Stück Normalität."

Lars Theurich, ehrenamtlich tätig im Vereinsleben von Kroppen (Oberspreewald-Lausitz): "Ich kannte als Kind noch das blaue und das rote Halstuch in der DDR. Für ein Kind war einiges nach der Wende neu und wunderbar. Ich glaube, der Gegensatz Wessie-Ossie wird nicht mehr gelebt. Durch meine Tätigkeit bei der Deutschen Bahn war ich in der ganzen Republik unterwegs und habe eigentlich nie Probleme in dieser Richtung gehabt. Heute in München war ich angenehm überrascht. In Bayern habe ich viele nette Kollegen kennengelernt."

Petra Schulze, Kita "Spatzennest" in Baruth: "Es ist wunderschön hier, ein tolles Programm. Super. Und die Münchener sind ganz freundlich. Dass es auch wirklich Münchener waren, hat man an der Sprache gemerkt."

Zum Thema:
Der Spreewälder Traditionsverein "Rubisko" aus Lübbenau präsentierte in München sorbisch/wendisches Brauchtum. Bei dem Programm "Ganz Deutschland in Festtagstracht!" wurden auf dem Max-Joseph-Platz auch niedersorbische Trachten aus vier verschiedenen Kirchspielen gezeigt.