Medizinische Hilfe für Opfer des simulierten Gas-Anschlags auf die US-BotschaftDas Szenario dabei ist bedrohlich: Ein Anschlag mit Giftgas auf die US-Botschaft in Kuwait-Stadt. Simuliert wurde, dass bei der Explosion einer Autobombe das tödliche Nervengas Sarin freigesetzt wird.

Das betroffene Gebiet erkunden
Aufgabe der beiden "Fuchs"-Besatzungen bei der Übung war es, das betroffene Gebiet mit ihren hoch spezialisierten Fahrzeugen zu erkunden. Mit jeweils vier Soldaten an Bord untersuchten sie den Ort des Anschlags auf biologische und chemische Kampfstoffe. "Innerhalb von drei Minuten haben wir das Nervengas Sarin entdeckt und identifiziert. Zwanzig Minuten später hatten wir absolute Sicherheit, dass es sich in einem etwa 400 Quadratmeter großen Gebiet ausgebreitet hatte", erläuterte der 23 Jahre alte Oberfeldwebel Daniel Zöllner den Ablauf der Übung.
Auf die Spur kommen die Spezialisten den Giften mit einem System an Bord des "Fuchs", das chemische Stoffe in einem Umfeld von fünf Kilometern aufspüren und mit Hilfe eines Massenspektrometers etwa 250 von ihnen identifizieren kann. "Wir verlassen das Fahrzeug dabei normalerweise nicht. Und wenn doch, tragen wir Schutzmasken", erläuterte Zöllner.
Nachdem der Giftstoff identifiziert war, traten die tschechischen Einheiten auf den Plan: Sie evakuierten die Gefahrenzone, übernahmen die medizinische Versorgung der Opfer und reinigten die Fahrzeuge.
Deutsche, Tschechen und Amerikaner sind für Einsätze dieser Art in einem US-geführten Sonderkommando verbunden. "Unsere Aufgabe ist es, Maßnahmen für den Fall einer gezielten oder versehentlichen Freisetzung chemischer, biologischer, nuklearer oder hochexplosiver Stoffe zu planen und zu steuern", sagte der US-Marinegeneral Craig T. Boddington. "Wir retten Leben und verringern Leid." Das Kommando war im November 2001 in dem Nachbarstaat des Irak stationiert worden. Seit dem Frühjahr wird es von den deutschen und tschechischen Spezialteams verstärkt.
Militär-Beobachter zeigten sich mit dem Ablauf der Übung, an der sich auch kuwaitische Einsatzkräfte beteiligt hatten, grundsätzlich zufrieden. "Arbeiten müssen wir vor allem noch an der Kommunikation untereinander", äußerte der Oberstleutnant der US-Marine, Charles Chase, aber auch Kritik. Dies sei die "größte Herausforderung". Im Kommandozentrum hatte er während der Übung Englisch, Deutsch, Tschechisch und Arabisch zu hören bekommen.

Nur im Kampf gegen Terrorismus
In Kuwait sind etwa 50 deutsche ABC-Abwehrkräfte mit "Fuchs"-Fahrzeugen stationiert. Sie sollen der Bundesregierung zufolge allerdings nur im Kampf gegen den Terrorismus zum Einsatz kommen, nicht bei einem möglichen Krieg gegen den Irak.