"Das ist die zentrale Jubiläumsschau im Friedrich-Jahr", sagte die parteilose Politikerin vor der feierlichen Eröffnung am Donnerstag. Ab Samstag ist die Ausstellung für Besucher geöffnet.

"Friederisiko" ist das größte und kostspieligste Ausstellungsprojekt dieser Art seit Gründung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) vor rund 20 Jahren, wie SPSG-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh sagte. Nahezu alle Räume im Neuen Palais werden für die Besucher geöffnet. Rund ein Drittel der 72 Kabinette und Säle sind laut Dorgerloh zum ersten Mal überhaupt oder erstmals seit Jahrzehnten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Dazu gehören etwa das Tressenzimmer, in dem für die Ausstellung die dunkelroten Seidentapeten mit den aufgenähten Goldtressen restauriert wurden. Oder das jahrzehntelang verschlossene Kleine Lesekabinett, in dem sich Friedrich mit seinen Hunden aufgehalten und gelesen hat. Erstmals öffentlich zugänglich wird die Wohnung des Marquis d'Argens sein.

Gebautes Vermächtnis

Hauptexponat sei das Neue Palais selbst, sagte Dorgerloh. Das prunkvolle Schloss am westlichen Ende von Park Sanssouci, das Friedrich nach dem Siebenjährigen Krieg erbauen ließ, sei opulentes Siegeszeugnis und gebautes Vermächtnis zugleich.

Zusätzlich zu den ohnehin zum Schloss gehörenden Kunstwerken wurden noch etwa 450 Leihgaben aus ganz Europa in das Neue Palais geholt, wie der wissenschaftliche Kurator der Ausstellung, Alfred Hagemann, sagte. Dazu gehört auch die Skulptur "Nackter Voltaire" von Jean-Baptiste Pigalle aus dem Pariser Louvre. Dieses Denkmal hatte Friedrich zu Ehren seines ehemals Vertrauten Voltaire mitfinanziert - gezeigt wurde es allerdings nicht. Die freizügige Darstellung des Dichters als alten Mann verursachte einen Skandal. Erst seit den 1960er-Jahren wird die Skulptur öffentlich ausgestellt.

Stege schützen den Boden

Um den kostbaren Boden zu schützen, wurden auf einer Länge von 1,5 Kilometern Stege durch das Schloss verlegt. Damit konnten auch die technischen Installationen versteckt und weitere Absperrungen vermieden werden, erklärte Dorgerloh. Einen vorgegebenen Rundgang durch die 6000 Quadratmeter große Ausstellung gibt es nicht.

Der Besucher solle Friedrich selbst "auf die Schliche kommen", erklärte Historiker und wissenschaftliche Leiter der Schau, Jürgen Luh, dieses Konzept. Um die Orientierung zu erleichtern, gibt es ein ausführliches Begleitheft mit kurzen Beschreibungen zu den nummerierten Exponaten.

Durch jahrelange Recherche und mehrere wissenschaftliche Tagungen hätten er und seine Kollegen viel Neues über Friedrich herausgefunden, erzählte Luh. So sei bereits bekanntes Material neu betrachtet und auch unbekannte Dokumente - wie etwa die Schatullrechnungen des Königs - erstmals ausgewertet worden. Das Friedrich-Bild in der Ausstellung sei eindeutig realistischer als die teils ideologischen Darstellungen des Königs in der Vergangenheit, betonte Luh.