Diese Veranstaltung war daraufhin von der Stadt verboten worden - denn der Karfreitag, an dem Christen an den Kreuzestod Jesu erinnern, ist ein sogenannter stiller Feiertag. Laut dem Brandenburgischen Feiertagsgesetz dürfen am Karfreitag, dem Totensonntag und dem Volkstrauertag keine Tanzveranstaltungen durchgeführt werden - anders als in Berlin, wo bis 4 Uhr und ab 21 Uhr getanzt werden darf.

Auf scharfe Kritik stieß das bei jungen Vertretern der Brandenburger Linkspartei. "Das Feiertagsgesetz zwingt allen Bürgern ein religiöses Verhalten auf", sagte der Potsdamer Bundestagsabgeordnete Norbert Müller (Linke) "Es ist unzeitgemäß und gehört in die Geschichtsbücher." Ähnlich äußerte sich auch die Landtagsabgeordnete der Linken, Isabelle Vandre: "Der Konflikt zeigt wieder einmal: Nur, wenn wir die Tanzverbote endlich aus dem Feiertagsgesetz des Landes streichen, können Clubbetreibende und Gäste endlich entspannt feiern."

Allerdings: "Konkrete Pläne, das Feiertagsgesetz zu ändern, gibt es derzeit nicht", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Brandenburger Landtag, Thomas Domres. Es sei aber bekannt, dass es wegen des Tanzverbots am Karfreitag regelmäßig zu Unstimmigkeiten komme.

"Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, wie auch die Kirche sich verändert hat und moderner geworden ist", so Domres. Man sei offen, über die Regelung zu diskutieren. "Eine Entscheidung darf aber nicht über die Köpfe der Beteiligten hinweg gefällt werden, es muss eine einvernehmliche Lösung auch mit den Kirchen geben." Die Linksfraktion werde zu entsprechenden Gesprächen einladen.

Auf RUNDSCHAU-Anfrage verteidigte der Sprecher des katholischen Erzbistums Berlin, Stefan Förner, dagegen das Tanzverbot. "Das Tanzverbot an Karfreitag ist ein gesellschaftlicher Konsens, an dem nicht nur die Kirchen mitgewirkt haben", sagte Förner. "Unabhängig von religiösen Überzeugungen können solche Unterbrechungen, ein solches Innehalten sinnvoll sein." Und auch der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, erklärte in seiner Karfreitagsbotschaft: "Ein stiller Feiertag lehrt uns, gegenüber dem Leiden der Menschen in der Welt nicht abzustumpfen, sondern dem Horror von Sterben und Gewalt an viel zu vielen Orten dieser Erde ins Gesicht zu schauen."