Herr Bonde, sind Politiker in Sachen Nutzung der Flugbereitschaft nicht sensibel genug?
Es gibt Situationen, da müssen Minister mit der Flugbereitschaft fliegen. Die Abwägungen in den Ministerien müssen aber noch genauer getroffen werden. Es fehlt vielen eindeutig an Fingerspitzengefühl.

Welche Schlussfolgerung ziehen Sie aus dem "Fall Schavan"?
Ich halte Veränderungen für dringend notwendig, weil die Flugfreude von Frau Schavan erneut zeigt, dass die vermeintlich kostenlose Verfügbarkeit der Flugbereitschaft Fehlanreize setzt.

Was schlagen Sie vor?
Ganz einfach: Bislang begleicht die Rechnungen ja das Verteidigungsministerium. Geht es aber ans eigene Budget, wird wesentlich verantwortlicher damit umgegangen werden als wenn es etwas umsonst gibt. Das ist für den Steuerzahler meist die teuerste Variante. Die Ministerien sollten deshalb künftig die Kosten für die Nutzung der Flugbereitschaft aus dem eigenen Reiseetat bestreiten. Eine solche Regelung wird dazu führen, dass die Flugbereitschaft erst eingesetzt wird, wenn es auch wirklich notwendig ist. Schavans Ministerium hätte dann sicherlich dreimal darüber nachgedacht, ob man für eine Strecke von 146 Kilometern mehr als 26 000 Euro ausgibt.

Warum sperren sich die Ministerien dagegen?
Weil die Abrechnung über das Verteidigungsministerium natürlich für die Ministerien deutlich einfacher ist. Zusätzliche Abrechnungen und Verrechnungen oder andere Reiseetats der Minister scheuen alle, weil es für sie komplizierter wird.

Mit ALEXANDER BONDE
sprach Hagen Strauß