"Die regionale Wirtschaft braucht jetzt endlich verlässliche Termine und belastbare Informationen zur tatsächlichen Lage. Prinzipiell zeigt sich, dass Bauvorhaben dieser Dimension bei privaten Investoren besser aufgehoben sind."

"Die direkten Auswirkungen auf den Tourismus sind nicht so gravierend wie der dauerhafte Imageschaden für die Region Berlin-Brandenburg", schätzt Peter Stephan, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Spreewald, ein. "Für unsere Branche wird damit für eine Steigerung der Gästezahlen aus dem Ausland, die zurzeit bei fünf Prozent der Übernachtungen im Spreewald liegt - in Deutschland sind es 13 Prozent - mittelfristig kaum Potenzial nach oben geben. Diese Terminverschiebung ist sicher auch ein Rückschlag für Tropical Islands."

Peter Stephan fügt hinzu, dass sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Vorwurf gefallen lassen muss, "die Erfahrungen beim Bau des Flughafen Franz Josef Strauss in München nicht für den Bau des BER genutzt zu haben".

"Das größte Infrastrukturvorhaben der neuen Bundesländer - der Hauptstadtflughafen - wird immer mehr zur Blamage. Unsere Erwartungen und Hoffnungen für die wirtschaftliche Entwicklung werden durch verantwortungsloses Handeln enttäuscht", bewertet Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus, die neuerliche Verschiebung des Eröffnungstermins. "Es ist ein ganz trauriger Montag für alle wirtschaftlich Denkenden in unserer Region. Für Handwerker, die mit ihrem eigenen Vermögen für ihr Tun und Handeln haften, ist dieser verantwortungslose Umgang mit Steuermitteln und Ressourcen unvorstellbar. Der Flughafen BER wird benötigt - also schnellstmöglich bauen und fertigstellen!"

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Cottbus, Heinz-Wilhelm Müller, erläutert: "Zahlreiche Firmen haben der Arbeitsagentur signalisiert, dass sie uns ihren Arbeitskräftebedarf melden werden, sobald sich die Eröffnung des BER konkret abzeichnet. Es gibt derzeit keine arbeitslos gemeldeten Kunden, die in einer Warteposition für den BER sind." Der Agenturchef weist zudem darauf hin, dass "die im Zuge der geplanten Eröffnung des BER eingestellten Kunden, die durch uns vermittelt wurden, von den Unternehmen auf anderen vakanten Stellen eingesetzt wurden. Wir warten jetzt die Signale aus der Wirtschaft ab."