Der vorerst letzte Auftritt des FDP-Manns Sven Morlok auf der Landesbühne lief vor großem Publikum. Viele der 420 Mitarbeiter drängelten sich Freitagfrüh auf den Fluren des Wirtschaftsministeriums. Größer als das Interesse am abtretenden Minister war freilich das am neuen. Der kam in sonniger Stimmung rein, trat ans Mikrofon und sagte: "Ich bin der Neue."

Martin Dulig (SPD) holt nach fünf Jahren das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr für die Sozialdemokraten heim. In dem Glaskasten am Dresdner Carolaplatz regierte von 2005 bis 2009 der Lausitzer SPD-Mann Thomas Jurk. Danach begann die Ära des Liberalen Sven Morlok, die gestern endete. Da übergab der 52-Jährige den grün-weißen Staffelstab an den "lieben Martin". Der sagte Morlok "für das Erreichte ein herzliches Dankeschön" und stellte fest: "Du hast im Rahmen Deiner Möglichkeiten das Beste getan für das Land."

Was sich so oder so deuten lässt. Gerade aus der SPD-Fraktion drangen immer wieder derbe Witzeleien über Morloks unglückliche Figur im Amt. Der Fachkräftemangel fange schon im Wirtschaftsministerium an, war dabei einer der sublimeren Gags. Mit Neuerungen im Personalapparat hatte sich der FDP-Mann schon früh Gegner im eigenen Haus gemacht. Dann der Ärger um den zweiten Staatssekretär, den die schwarz-gelbe Staatsregierung extra für Morlok im Ministerium installierte. Die drei Herren standen streckenweise isoliert an der Spitze, abgekoppelt von den Mitarbeitern. Seit dem liberalen Desaster bei der Bundestagswahl 2013 firmierte der Leipziger Bauunternehmer Morlok in der Funktion des sächsischen Wirtschaftsministers als ranghöchster FDP-Mann der Republik. Als solcher stritt er gegen den flächendeckenden Mindestlohn und die Rentenpläne der Bundesregierung. Doch dass auch er seinen Sessel räumen muss, deutete sich schon mit den schlechten Umfragewerten der FDP an.

Die schlechte Stimmung im Hause war nicht zu ignorieren - und machte sich gestern bei Morloks Verabschiedung Luft. Von einem "unausgewogenen Verhältnis" zwischen Leitung und Mitarbeitern sprach der Personalchef am Pult. Nicht wenige im Haus hätten sich zuletzt "in die innere Emigration" begeben.

Morlok selbst lächelte schmal und betonte: "Ja, wir waren fünf Jahre gemeinsam erfolgreich." Das zeigten die guten Arbeitsmarktzahlen, der Stand der Wirtschaftsförderung und das Erreichte in Sachen Energiewende, "da war ja einiges zu tun". Er hinterlasse seinem Nachfolger "gute Rahmenbedingungen".

Dulig lobte indes die "große Kontinuität im Haus" und zeigte sich zufrieden, fortan "das Zukunftsministerium" der schwarz-roten Koalition leiten zu dürfen. Mit ihm kommt der langjährige SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Brangs. Der 50-jährige Gewerkschafter aus Schmölln wird Staatssekretär - diesmal der einzige im Haus.