Frau Catterfeld, Herr Schubert, Sie stehen jetzt schon seit ein paar Tagen am Set, läuft alles nach Plan?

Yvonne Catterfeld: Ja, ich bin ganz happy. Ich drehe ja zum ersten Mal zusammen mit Götz Schubert und ich denke, wir sind ein gutes Team. Auch die Konstellation des Films ist interessant - es geht nicht einfach nur um einen Krimi, sondern um zwei Menschen mit ihren Schwächen und Geheimnissen. Da hätte ich es nicht besser treffen können als mit Götz.

Götz Schubert: Die Konstellation, dass sich zwei Ermittler, die frisch zusammenarbeiten, nicht ganz grün sind, ist ja nicht völlig neu im deutschen Fernsehen. Es liegt nicht alles gleich so offen vor dem Zuschauer, sondern es geht sehr hintergründig zu. Das gefällt mir sehr gut, und mit Yvonne lässt es sich sehr gut umsetzen.

Können Sie Ihre Filmfiguren kurz charakterisieren?
Yvonne Catterfeld: Ich finde es immer schwierig, meine Figuren mit dem Blick von außen zu beschreiben, da ich ja in ihnen drinstecke. Kommissarin Viola Delbrück ist eine Frau mit einem vielschichtigen Charakter, die versucht, sich in einer Männerdomäne durchzusetzen. Die berufliche Beziehung zu "Butsch" Schulz kostet sie viel Kraft, doch sie haftet wie eine Klette an ihm und fordert so seinen Respekt heraus.

Götz Schubert: "Butsch" ist ein Görlitzer Urgestein, der aus seiner Vergangenheit eine wechselvolle Biografie und eine gewisse Sturheit mitbringt. Er ermittelt unkonventionell und macht Fehler, kommt aber dennoch ans Ziel und ist eigentlich ein guter Kerl, der nicht so viel Zeit in die Frage nach passender Kleidung investiert.

Was bedeutet es für Sie, in Görlitz zu drehen - dieser kleinen Stadt mit einer so großen Filmtradition?
Götz Schubert: Ich empfinde den Dreh in Görlitz als sehr angenehm. In größeren Städten sind die Leute oft genervt von den damit verbundenen Sperrungen. Es ist schön, dass es noch solche unverbrauchten Ecken gibt, wo man uns Filmleute haben will. Ich habe übrigens schon vor der Wende in Görlitz gedreht, mein erster Fernsehfilm ist hier entstanden.

Yvonne Catterfeld: Mein Motto lautet: Drehzeit ist Lebenszeit - ich möchte also auch bei der Arbeit und drumherum eine gute Zeit haben. Das trifft hier in Görlitz auf alle Fälle zu, ich fühle mich sehr wohl. Manches hier erinnert mich an meine Heimatstadt Erfurt. Allerdings haben wir nicht viel Zeit, uns die Stadt anzuschauen, ein Filmdreh ist keine Sightseeingtour.

Mit Yvonne Catterfeld und Götz Schubert sprach Uwe Menschner