"Wir werden hart arbeiten, um dieses Vertrauen zurückzugewinnen." Duligs Leitantrag wird derzeit auf sechs SPD-Regionalkonferenzen wie gestern Abend in Leipzig diskutiert, eine Endfassung soll auf einem Parteitag Mitte Juni in Chemnitz beschlossen werden.Sachsens SPD war bei der Landtagswahl - trotz vorheriger Regierungsbeteiligung - kaum über die Zehn-Prozent-Marke hinausgekommen und hatte auch zur Bundestagswahl nur magere 14,6 Prozent erreicht. Parteichef Thomas Jurk trat damals zurück, sein Nachfolger wurde Dulig. Nun muss auf dem Juni-Parteitag auch die Parteispitze neu gewählt werden. Dulig tritt dabei erneut als Vorsitzender an. "Meine Probezeit ist dann vorbei", sagt der 36-Jährige gestern. Zu seinen Vizes sollen Ex-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange und die frühere Leipziger Landrätin und heutige Landtagsabgeordnete Petra Köpping gewählt werden. Rolf Schwanitz tritt für die Führungsriege nicht mehr an.Neben dem personellen Neuanfang stehen die Sozialdemokraten vor allem vor einer inhaltlichen Erneuerung - und Dulig räumt selbstkritisch ein, dass die SPD dazu erst wieder ein offenes Ohr bei den Wählern finden muss. "Egal, was wir im Augenblick aufschreiben oder erzählen - die Menschen sind nur zögerlich bereit, uns zuzuhören", räumt Dulig ein. "Am Ende war die SPD in den Augen vieler Wähler eine Partei, die nur noch an der Macht bleiben wollte und für nichts mehr stand." Nun gelte es, diese Blockade aufzulösen. "Zu glauben, wenn es CDU und FDP schlecht geht, gehe es der SPD automatisch wieder besser, wäre naiv", schreibt der Parteichef den Genossen ins Stammbuch. Dennoch gebe die SPD ihren Anspruch als Volkspartei nicht auf. "Der Charakter einer Volkspartei ergibt sich aus ihrem Programm, nicht aus ihren Wahlergebnissen", meint Dulig fast trotzig. Die SPD bleibe dabei: Sie wolle "der CDU das Land aus den Händen winden" und sei bereit, wieder Regierungsverantwortung zu übernehmen. In welcher Machtkonstellation, lässt der Fraktionschef allerdings offen. Vor ihrem Konvent hat die Parteispitze eine breite Diskussion über ihre künftigen Ziele eröffnet. Nächste Woche sind vier weitere Regionalforen in Wurzen, Dresden, Bautzen und Zwickau geplant, zudem wurden Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände und Wissenschaftler um ihre Meinung gebeten. "Das wird ein Diskussionsprozess von ein bis zwei Jahren", so Dulig. "Ab 2012 bereiten wir dann den nächsten Wahlkampf vor." Das Ziel bleibe nach wie vor: Deutlich über zehn Prozent.