Das fast schon alltägliche Bild wird kurz darauf abgelöst von einem Horror-Szenario. Auf einer österreichischen Autobahn wird ein Lastwagen mit bis zu 50 toten Flüchtlingen entdeckt. "Wir sind alle erschüttert von der entsetzlichen Nachricht", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer ersten Reaktion. Die Tragödie überschattete am Donnerstag die Westbalkan-Konferenz, zu der Steinmeier und Merkel gereist waren.

Die Teilnehmer berieten über weitere Schritte zur Bewältigung der aktuellen Flüchtlingskrise. Dabei herrschte Einigkeit, dass Maßnahmen wie der Bau des Grenzzauns in Ungarn nicht wirklich helfen. "Wir sind keine Verfechter von Grenzzäunen. Wir glauben auch nicht, dass Grenzzäune am Ende das Thema Migration lösen werden", sagte Steinmeier. Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) betonte die Notwendigkeit einer gemeinsamen Strategie der EU. Es sei beschämend, dass Griechenland als EU-Land die Flüchtlinge einfach ins benachbarte Nicht-EU-Land Mazedonien durchwinke. Die EU müsse über ganz neue Wege im Asylverfahren nachdenken. Dazu könne auch die Möglichkeit gehören, bereits im Heimatland der Flüchtlinge eine Asylprüfung vorzunehmen. Österreichs Kanzler Werner Faymann (SPÖ) rief zu verstärktem Kampf gegen Schlepper auf.