Wir sind tief erschüttert und stehen solidarisch an der Seite Frankreichs.

Die Debatte hat sich schnell auf den Flüchtlingsstrom erstreckt. Wie sehen Sie das?
Wenn wir die Willkommenskultur, die wir in Deutschland gezeigt haben, jetzt einstampfen oder so von der Rolle reagieren wie die Polen, die überhaupt keine Flüchtlinge mehr reinlassen wollen, dann ist das genau das, was die Terroristen wollen. Sie wollen die Spaltung Europas und die Spaltung der Religionen. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir dürfen nicht mit der gleichen Sprache der Intoleranz antworten.

Der IS hat eine quasi religiöse Begründung in seinem Bekennerschreiben genannt. Wie bewerten Sie die?
Die Terroristen versuchen, Zwietracht zwischen den Religionen zu säen. Weder die Bürger noch die Medien oder die Politik sollten den Terroristen und ihrer pseudoreligiösen Begründung auf den Leim gehen und sie unkritisch übernehmen. Sie dürfen bei ihrer Vereinnahmung des Islam für ihre perfiden Ziele nicht auch noch nachträglich erfolgreich sein.

In Frankreich wird bereits die Forderung an islamische Gemeinden laut, sie sollten sich stärker von radikalen Strömungen distanzieren. Ist das nicht verständlich?
Hier zitiere ich einmal den Chefredakteur der "Zeit", der gesagt hat, er könne verstehen, warum die Muslime über solche Forderungen fast beleidigt sind: Man kann sich nur von etwas distanzieren, wenn man vorher in der Nähe von etwas war. Diese Nähe hat es aber niemals gegeben und gibt es nicht. Deshalb treibt eine solche Forderung letztendlich auch die Spaltung der Religionen voran. Was wir aber unbedingt weiter machen müssen, ist, diese barbarischen Akte verurteilen und dagegen ankämpfen.