Er ist nicht nur Sänger und Komponist, er ist auch Autor und Schauspieler. Als sich stetig wandelnder, mal Vorbildern wie Bob Dylan oder Johnny Cash nacheifernder Sänger, mal als innovativer, rebellischer Musiker hat Tom Waits sich seinen Namen gemacht. Am morgigen Sonntag feiert der Amerikaner seinen 65. Geburtstag.

Mit 20 Jahren fing der in Kalifornien geborene Waits an, erste Songs zu schreiben, bald verdiente er so sein Geld. Der kreative Prozess fiel ihm nie schwer, sagt Waits: "Die Songs brechen aus einem heraus." Sein erstes Album "Closing Time" veröffentlichte er mit 24, jedoch nicht mit dem Erfolg, den andere Künstler mit seinen Songs feierten. Im Vorprogramm von Frank Zappa wurde Waits häufig ausgebuht. Mit sechs weiteren Alben waren die 70er-Jahre eine künstlerisch fruchtbare, aber auch alkohollastige Zeit.

Mit Kathleen Brennan, der laut Waits "größten Liebe seines Lebens", seiner Ehefrau und wichtigsten künstlerischen Partnerin, kam die musikalische und persönliche Wende. 1980 heiratete das Paar, 1983 kam das erste ihrer drei gemeinsamen Kinder auf die Welt. In diesem Jahr veröffentlichten Waits und Brennan auch ihr erstes gemeinsam produziertes Album.

"Swordfishtrombones" markierte Waits' Abkehr von traditionellen gitarren- oder klavierdominierten Arrangements, abgelöst durch unkonventionelle Klangstrukturen, mal mit Dudelsack, mal mit Marimbaphon im Programm. "Der einzige Grund dafür, dass Leute neue Songs schreiben, ist, dass sie keine Lust mehr auf die alten haben", erklärte Waits die stete Wandlung seines Sounds.

Vor drei Jahren wurde Tom Waits in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. "Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll", merkte er an und befürchtete den Anfang vom Ende, die Vorbereitung für den Nachruf. Zum Alter sagt er: "Als Kind wollte ich alt sein, weil die Alten die sind mit den großen Geschichten und den coolen Klamotten. Jetzt würde ich das gern mitnehmen und zurück in diese Zeit gehen."