Herr Malchow, gibt es für das Spiel eine erhöhte Gefährdungslage?

Wir können nicht alles über Bord werfen, weil es diese menschenverachtenden Angriffe gegeben hat. Die Gefahrenlage für das Spiel ist im Moment nicht höher als vor den Anschlägen. Derzeit gibt es keinen Grund, die Begegnung abzusagen. Aber die Besucher werden sich auf stärkere Kontrollen einstellen müssen. Die Polizei ist gut gerüstet. Seit den Ereignissen von Hannover, als das Spiel gegen die Niederlande ausfallen musste, ist die Präsenz bei solchen Veranstaltungen noch einmal erhöht worden.

Die Anschläge von Brüssel heizen die Debatte über mehr Sicherheit an. Kann es die an Bahnhöfen oder Flughäfen überhaupt geben?
Die Frage, die sich an solchen Orten stellt, ist doch: Inwieweit kann ein Täter unbehelligt seine Tat begehen, aber auch wieder unbehelligt verschwinden. Bahnhöfe, Flughäfen oder andere sogenannte weiche Ziel lassen sich nur durch mehr Personal schützen.

Mehr Personal - von heute auf morgen geht das nicht.
Die Zielrichtung kann doch nur sein, die Täter vor ihrer Tat daran zu hindern. Das bedeutet eine intensive Ermittlungstätigkeit. Das heißt aber auch, wir brauchen mehr Streifen, mehr Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum. Das hält vielleicht Täter ab. Ich weiß, dass die personelle Gesamtsituation nicht von heute auf morgen zu lösen ist. Mehr Personal muss erst einmal gefunden und ausgebildet werden. Aber wir benötigen es dringend.

Mit Oliver Malchow

sprach Hagen Strauß