Herr Heveling, wie schätzen Sie die Sicherheitslage nach den Ereignissen von Hannover ein?
Es hat offenbar sehr konkrete Hinweise auf einen Anschlag gegeben. Insofern war es richtig, das Länderspiel abzusagen. Ich möchte aber auch klar betonen: In Zukunft muss man das in jedem Einzelfall wieder neu analysieren und entscheiden. Ich hielte es für falsch, wenn wir jetzt von vornherein auf Veranstaltungen verzichten.

Hat die Öffentlichkeit nicht einen Anspruch auf genauere Informationen?
Auch wenn das Ziel sein muss, möglichste viele Informationen weiterzugeben, muss die Sicherheit in der jetzigen Zeit klar Vorrang vor dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit haben. Ich vertraue den Einschätzungen, zumal sie von verschiedenen Sicherheitsbehörden gemacht wurden. Wenn zu viel preisgegeben wird, kann es sein, dass Quellen versiegen. Also muss abgewogen werden. Das hat Thomas de Maizière erläutert und daher richtig gehandelt.

Derzeit ist der Fokus auf den islamistischen Terror gerichtet - stärkt das die rechte Szene?
Das ist nicht auszuschließen. Deswegen wird auch die rechte Szene jetzt noch genauer ins Visier genommen. Es besteht nämlich die Gefahr von sogenannten Resonanztaten.

Mit Ansgar Heveling

sprach Hagen Strauß