Er wirkt erstaunt, dass Journalisten schon zu seinem 60. anklopfen, um seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Das mag damit zusammenhängen, dass sich Jonas noch nicht so alt fühlt. Es kann auch angeborene Bescheidenheit sein. Dabei zählt der in München lebende Vater zweier Kinder zu den bekanntesten Kabarettisten im Land. Er gehört zur selten gewordenen Gattung des politischen Kabarettisten. Dabei schießt er sich nicht auf eine bestimmte Richtung ein, sondern verteilt seine Sottisen über das politische Spektrum.

Jonas stammt aus Passau im gemeinhin als "tiefschwarz" geltenden Niederbayern. Der These, dass dieses Milieu zwangsläufig eine Brutstätte für Kabarettisten sein muss, widerspricht Jonas. "Wenn das zuträfe, müssten ja alle Passauer Kabarettisten sein."

In seinem offiziellen Lebenslauf unterschlägt Jonas seine Geburtsstadt. "Geboren in Bayern, Abitur in Bayern" steht da ganz lapidar. Zuerst hackte er Fleisch in der Metzgerei seines Vaters. Weil ihm dieser Beruf "zu fettig" war, studierte er in München - Germanistik, Politologie, Philosophie, Theaterwissenschaft. Schon früh zog es ihn auf die Bühne. Im Passauer Theater war er Mitglied des Opernchores, übernahm kleinere Rollen in Operetten und Musicals.

Auch die Anfänge von Jonas' Karriere als Kabarettist liegen in Passau. Zusammen mit Sigi Zimmerschied gründete er dort die Kabarettgruppe "Die Verhohnepeopler". 1979 kam sein erstes Soloprogramm "Zur Klage der Nation" heraus. Von 1981 bis 1984 gehörte er der Münchner "Lach- und Schießgesellschaft" an.

Zurzeit tourt er mit seinem zehnten Soloprogramm "Es geht weiter" durch die Lande. Seit Januar 2011 ist er zusammen mit Monika Gruber und Rick Kavanian in der monatlichen Satireshow "Die Klugscheißer" im Bayerischen Fernsehen präsent. Dort schlüpft er in die Rolle des Politikberaters. "Die Figur des Beraters ist symptomatisch für unsere Zeit. Eine Krise an der anderen. Und alles immer so komplex und damit undurchschaubar. Der Trend geht zur Ahnungslosigkeit."