Oktober an ihrem Platz zwischen dem Augustusplatz und dem Neubau des Universitäts-Paulinums im Stadtzentrum das erste Mal ertönen, kündigte der Präsident der Kulturstiftung Leipzig, Walter Christian Steinbach, am Donnerstag in Leipzig an. Die rund eine Tonne schwere Glocke ist ein Geschenk des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie und wird von dem Berliner Künstler Via Lewandowsky gestaltet. Die Glocke soll die Form eines leicht aus der Senkrechten kippenden Eies bekommen. Dies zeige sehr eindrücklich, wie gefährdet Demokratie immer sei, sagte Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die Form lade die Menschen ein, die Glocke zu stützen und zu schützen. Der Standort wurde laut Steinbach mit Bedacht gewählt. An diesem Ort, nur wenige Meter von der Nikolaikirche entfernt, hatte sich am 9. Oktober 1989 bei der ersten großen Demonstration mit 70 000 Menschen entschieden, dass die Staatsmacht auf Gewalt verzichten werde, erklärte er. Offen ist noch, wann und wie oft die Glocke ab Herbst ertönen soll. Denkbar sei ein Läuten montags gegen 18.30 Uhr in Erinnerung an die Friedensgebete in der Nikolaikirche, sagte Steinbach. Er favorisiere jedoch ein tägliches, aber zufälliges Läuten, mit dem die Menschen zum Schutz der Demokratie aufgefordert werden sollen. ddp/mb