Außerdem muss man bedenken, dass die bisherigen Flugausfälle natürlich ihre Nachwirkungen haben. Von Normalität sind wir noch weit entfernt.Wieso kann man die Wolke vom Boden aus nicht sehen?
Die Wolke hat eine viel größere Ausdehnung, als das mit bloßem Auge vom Boden aus sichtbar ist. Sie reicht über viele Länder. Die Vorstellung, sie sei nur in ihrem Epizentrum gefährlich, ist falsch. Man darf sich das nicht wie eine Gewitterfront vorstellen. Was passiert, wenn ein Flugzeug in eine Aschewolke steuert?
Es ist schon vorgekommen, dass Flugzeuge in vulkanische Aschewolken geflogen sind. Und das führte augenblicklich zu einem katastrophalen Ausfall aller Triebwerke. Es ist also gar keine Frage, dass es beim Aufziehen einer solchen Wolke klüger und sicherer ist, den Flugverkehr einzustellen. Gab es über Europa schon einmal vergleichbare Situationen?
Nein. In Europa hat es noch niemals eine vulkanische Eruption gegeben, die zu solch einer großen Aschewolke führte. Wir hatten zwar schon Vulkanausbrüche in Europa, aber die Aschewolke ist dann immer recht schnell wieder verschwunden oder in eine Richtung gezogen, in der sie den zivilen Luftverkehr nicht behinderte. Auf welcher Basis treffen Sie Ihre Entscheidungen?
Wir stützen uns auf internationale Erfahrungswerte. Außerdem gibt es eine Reihe von Zentren in Europa, die vulkanische Aktivitäten überwachen. Sie beobachten beispielsweise anhand von Satellitendaten die Entwicklung von Aschewolken und sind so in der Lage, die Ausbreitung äußerst genau zu verfolgen und vorherzusagen. Wir sind direkt an diese Prognose-Möglichkeiten angeschlossen. Brian Flynn ist Chef von Eurocontrol. Mit ihm sprach Heiko Lossie.