"DiePolitik kommt jede Woche mit einer neuen Idee und bei derUmsetzung kracht es an allen Enden. Das ist alles Tinnef, einabsolutes Chaos", sagte die Sprecherin des niedersächsischenEinzelhandelverbandes, Karin Schindler-Abbes, in Hannover. "Wennwir alle Einzelhändler im Land fragen würden, würden alle sagen:Abschaffen."
Bund und Länder hatten sich vor gut einer Woche auf einfachereRegeln beim Dosenpfand geeinigt. Nach Darstellung vonBundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) gehört ein Pfand aufEinwegflaschen und Plastikbecher für Milch, Buttermilch undMilchmischgetränke dazu. Kein Pfand solle dagegen auf ökologischvorteilhafte Verpackungen wie den Milchkarton und denMilchschlauch erhoben werden. Die Einigung ist aber wiedergefährdet, nachdem das Bundesumweltministerium die Forderung derunionsgeführten Länder abgelehnt hat, künftig alleEinwegverpackungen für Milch von der Pfandpflicht zu befreien.Bayern drohte indirekt mit einer Unions-Blockade der zum 1.Oktober geplanten Reform im Bundesrat.
Der niedersächsische Einzelhandelsverband hält die Pfandpflichtauf viele Milchverpackungen für unzumutbar. Die Lagerung derleeren Behälter sei problematisch. "Im Sommer fängt das doch nachkürzester Zeit an zu stinken", sagt Schindler-Abbes.
Nach einer Untersuchung des GetränkelieferantenLekkerland-Tobaccoland GmbH & Co. KG ist der GesamtmarktGetränke seit Januar um zehn Prozent zurückgegangen. Besondersbetroffen, so Christian Berner, Chefin der Geschäftsführung,seine kleine Einzelhändler wie Kioske oder Tankstellen. (dpa/uk)