Dorgerloh begrüßte ausdrücklich die jüngsten Beschlüsse der Regierungsfraktionen von SPD und CDU, den neuen Landtag auf dem Alten Markt zu errichten - und sich dabei äußerlich am historischen Vorbild des von der SED abgerissenen Knobelsdorffschen Stadtschlosses anzulehnen (die RUNDSCHAU berichtete). "Am Alten Markt, dort wo der Souverän gesessen hat, gehört auch der Souverän in einer Demokratie hin", betonte Dorgerloh. "Man muss sich aber im Klaren sein: Das wird nicht das frühere Stadtschloss. Das kommt nicht wieder." Vielmehr handle es sich um ein Gebäude, das sich in Größe, Lage und Fassade in das historische Ensemble der Potsdamer Altstadt einfügt. "Anderswo baut man auch in den alten Straßenfluchten. Und gerade an diesem Ort, in der Mitte Potsdams, sollte man nicht experimentieren." Auch de shalb hält Dorgerloh "gar nichts" von einem neuen PDS-Vorschlag, den Landtag nicht auf dem Schlossareal, sondern auf dem Nachbargrundstück des früheren Palais Barberini unmittelbar am Ufer der Havel zu errichten.
Dorgerloh wies darauf hin, dass die Stiftung "hunderte Tonnen mit Fragmenten" des früheren Stadtschlosses verwalte. Es sei sinnvoll, so viel wie möglich dieser Originalsubstanz in das neue Parlamentsgebäude zu integrieren. Er machte auch darauf aufmerksam, dass die Herstellung der alten Schlossfassade als solcher nicht sehr schwierig sei. Der Grund: Anders als etwa die Sandsteinblock für Sandsteinblock aufgebaute Frauenkirche sei das Potsdamer Stadtschloss ein weitgehend verputztes Gebäude gewesen (siehe Hintergrund).
Die Brandenburgische Architektenkammer forderte für dieses so wichtige öffentliche Bauvorhaben "einen offenen städtebaulichen und architektonischen Wettbewerb, um die beste städtebauliche, architektonische und landschaftsarchitektonische Lösung für die Potsdamer Mitte zu finden". Die Baukosten könnten nur anhand von konkreten Entwürfen spezifiziert und weiter diskutiert werden.

Hintergrund Skulpturenfassade
 Nach Dorgerlohs Ansicht könne das künftige Parlament in moderner Betonbauweise errichtet werden und bräuchte dann lediglich mit der alten Fassadengliederung verputzt zu werden. Aufwändig wäre aber die Wiederherstellung nicht erhaltener Skulpturen, Figuren und Ornamente , die einst das Stadtschloss schmückten. Zweifel sei geboten, ob dies bis zur letzten Skulptur sinnvoll und nötig sei. Wenn man sich aber dazu entschließe, "muss die Qualität höchsten Ansprüchen genügen".