Unter dem Motto "Billiger kommt teurer - öffentliche Aufträge gesetzlich fair regeln" soll das Thema die Diskussion mit Beschäftigten, Wirtschaftskammern und Parteien in den nächsten zwei Jahren beherrschen, wie die DGB-Landesvorsitzende Iris Kloppich am Mittwoch in Dresden sagte. Die Gewerkschaften dringen insbesondere auf eine Überarbeitung des sächsischen Vergabegesetzes.

Das bisherige Gesetz aus dem Jahr 2002 führt laut Kloppich dazu, dass zumeist die billigsten Firmen die Aufträge der öffentlichen Hand erhalten. Aus Sicht der im DGB organisierten Gewerkschaften muss ein neues Gesetz her, das soziale und ökologische Vorgaben für die öffentliche Auftragsvergabe festschreibt. Dazu gehörten eine Tarifbindung der Firmen, die Garantie eines Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde und Qualitätskriterien. Zumal Billiganbieter oftmals vom Steuerzahler gestützt werden müssten, kritisierte Mirko Hawighorst von der IG BAU.

Geiz sei eben nicht geil, sagte Kloppich. "Wenn alle geizig sind, wird es keine Qualität in der Arbeit und Gesellschaft geben." Die schwarz-gelbe Landesregierung vermarkte Sachsen hingegen weiter als Billiglohnland, kritisierte sie. Die Gewerkschaften wollten sich daher mit der zweijährigen Kampagne auch in den sächsischen Landtagswahlkampf im Jahr 2014 einmischen. Noch in dieser Woche wollen die Gewerkschaften mit ersten Aktionen auf die Thematik aufmerksam machen. Zudem soll demnächst ein eigener Entwurf für ein Vergabegesetz in den Landtag eingebracht werden.