Das Original-Ballkleid, ein Winterwald und jede Menge Haselnüsse: Nach zweijähriger Pause zeigt das Schloss Moritzburg wieder eine Ausstellung über "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". "Wir haben jetzt eine neue Qualität und eine ganz andere Tiefe", sagte Schlösserland-Chef Christian Striefler am gestrigen Donnerstag. Auf 450 Quadratmetern in zehn Räumen können die Besucher in die Welt von Aschenbrödel eintauchen.

Der gleichnamige Märchenfilm entstand als Koproduktion von Filmstudios aus der CSSR und DDR. Er trat nach seiner Premiere 1973 einen internationalen Siegeszug an. Drehort war auch Moritzburg bei Dresden.

Ab dem morgigen Samstag bis zum 28. Februar ist die neu konzipierte Dauerausstellung zu sehen. Die Organisatoren rechnen mit 80 000 Besuchern. 500 000 Euro wurden laut Schlösserland investiert. In den nächsten fünf Wintern soll die Schau im Schloss Moritzburg gezeigt werden.

Wie im Weihnachts-TV-Klassiker spielen Haselnüsse eine Rolle. Besucher können mit deren Hilfe viele Spiele starten, rund 300 Kilogramm wurden in ganz Europa bestellt. "Die Nüsse müssen eine ganz besondere Größe haben", erklärte Kurator Steffen Retzlaff. Das Kuratorenteam hat viele Stunden in den Archiven des Filmstudios Babelsberg verbracht, um die Entstehung anhand von Details erlebbar zu machen. Davon zeugen Touchscreens und Multi-Media-Anwendungen, die Auskunft zum Dreh, Schnitt und über die Schauspieler geben. Auch Aschenbrödels Original-Ballkleid ist neben anderen Kostümen und dem Original-Drehbuch zu sehen.

Weil es zu den Ausstellungen in den vergangenen Jahren teils lange Schlangen vor dem Schloss gab, sollen Zeitfenster-Tickets lange Wartezeiten vermeiden.

Zum Thema:
Die 62-jährige "Aschenbrödel"-Hauptdarstellerin Libuse Safrankova ist an Lungenkrebs erkrankt. Das berichten jetzt mehrere Medien unter Berufung auf die tschechische Zeitung "Blesk". Demnach habe sie die Diagnose bereits 2014 erhalten und sei dann operiert worden. In der vergangenen Woche konnte Safrankova nicht den tschechischen Staatsorden "Weißer Löwe" entgegennehmen. Die höchste staatliche Auszeichnung Tschechiens sollte ihr bei einer Zeremonie auf der Prager Burg vom Präsidenten überreicht werden. Sie selbst erklärte, sie habe nicht kommen können, weil sie offiziell noch krankgeschrieben sei. Es gehe ihr aber "ausgezeichnet". Bis dahin hatten weder sie noch ihr Ehemann, der gleichfalls bekannte tschechische Schauspieler Josef Abrhám, sich zu ihrem Gesundheitszustand geäußert. red/bl