Ein in Brandenburg einzigartiges Modellprojekt ist an diesem Dienstag in Potsdam vorgestellt worden: Künftig soll sich ein "Arztmobil" einmal pro Woche um Wohnungslose kümmern.

Das von der Landeshauptstadt und dem Klinikum Ernst von Bergmann ins Leben gerufene Angebot werde eine medizinische Grundversorgung für Betroffene schaffen, sagte ein Sprecher der Stadt Potsdam.

Das Mobil stehe besonders denjenigen zur Verfügung, die keine Versichertenkarte hätten oder sich die zehn Euro Praxisgebühr nicht leisten könnten. Die Zahl der Wohnungslosen in Potsdam wird auf 210 geschätzt.

Nach Angaben der Klinik sollen im Rahmen des Projekts Erkrankungen wie Bronchitis, Hautprobleme, offene Wunden oder auch Lausbefall behandelt werden. Dazu stünden den Wohnungslosen ein Facharzt und eine Pflegekraft aus der Notaufnahme zur Verfügung.

Die Ausstattung an Bord des umgebauten Feuerwehrautos, das nacheinander drei verschiedene Standorte anfahren wird, gleiche der eines Rettungswagens. Straßensozialarbeiter sollen die Obdachlosen auf das Angebot aufmerksam machen.

Momentan trägt das Krankenhaus die Kosten noch allein. Nach Abschluss der Testphase des Projekts in einem halben Jahr sollen sich auch Krankenkassen und die Kommune an der Finanzierung beteiligen.