Für laufende und fest disponierte Vorhaben im Bundesfernstraßenbau könne Sachsen demnach mit rund 1,95 Milliarden Euro rechnen, sagte der Sprecher der Arbeitsgruppe Ost der grünen Bundestagsfraktion, Peter Hettlich, gestern in Dresden. Der Freistaat erhalte nach dem neuen Bundesverkehrswegeplan einen Anteil von 5,8 Prozent an den Fernstraßen-Investitionen des Bundes. Im Bundesverkehrswegeplan 1992 seien es noch 7,4 Prozent gewesen. Angesichts dieser engen Finanzierungsgrenzen sei die von der sächsischen Staatsregierung eingereichte Liste mit Neubauwünschen von weit mehr als 3,2 Milliarden Euro blanker Straßenbaufundamentalismus, sagte Hettlich. Sachsen habe seine Hausaufgaben noch nicht gemacht.
Dem umstrittenen Neubau der
B 170 Dippoldiswalde-Altenberg werde nur ein "weiterer Bedarf" zuerkannt. Als nicht vordringlich wurden laut Hettlich auch alle angemeldeten Varianten der A 16 Leipzig-Spreewalddreieck eingestuft. Dagegen sei der rund 170 Millionen Euro teure Neubau der Trasse B 178, die das Dreiländereck um Löbau-Zittau an die Autobahn 4 anbinden solle, in den "vordringlichen Bedarf" aufgenommen worden. Aus bündnisgrüner Sicht sei allerdings insbesondere der Streckenabschnitt zwischen Löbau und Zittau unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten nicht verantwortbar, sagte Hettlich. (dpa/bra)