Die Behörde ist in Sachsen für die Bearbeitung der Opferrenten zuständig. Hauptgründe für eine Zurückweisung der Anträge sei entweder eine zu kurze Haftzeit oder ein zu hohes Einkommen. "Ansonsten gibt es eigentlich keine weiteren Gründe für eine Ablehnung", sagte Weiß.
Die Behörde leitete zudem 1532 Anträge an andere Bundesländer weiter und bekam umgekehrt 390 Anträge zugeleitet. Das Weiterreichen von Anträgen an andere Bundesländer liege meist daran, dass die Betroffenen in mehreren Gefängnissen saßen und ihre längste Haftzeit in einem Gefängnis außerhalb Sachsens verbüßten, sagte Weiß.
Eine Rente von 250 Euro wird dann gezahlt, wenn ein Betroffener mindestens eine sechsmonatige politische Haft in der DDR absaß und er heute gewisse Einkommensgrenzen nicht überschreitet. Das monatliche Einkommen beziehungsweise die normale Rente des Empfängers darf demzufolge nicht über 1041 Euro liegen, bei Verheirateten nicht über 1388 Euro. Die Opferrente wird unabhängig vom Alter gezahlt.
Das Gros der Anfragen kam mit 6559 von Menschen im Alter zwischen 40 und 65 Jahren. Ältere stellten noch 5117 Anträge, von den unter 40-Jährigen gab es lediglich 100. Von 807 Anträgen der über 80-Jährigen hätten 646 ihren Bescheid, 54 seien abgelehnt und 59 weitergereicht worden, sagte Weiß. In sechs Fällen habe es eine Rücknahme der Anträge gegeben. Anfangs seien ältere Antragsteller bevorzugt worden, "weil immer das Ableben möglich war", sagte Weiß. Inzwischen werde meist nach Antragseingang entschieden. (dpa/mb)