Sachsens Schüler bekommen am Freitag Zeugnisse. Nach vorläufigen Prognosen verlassen damit 65 100 von ihnen endgültig die Schule, wie ein Sprecher des Kultusministeriums in Dresden mitteilte. Rund 13 000 gehen mit Abitur oder Fachabitur, rund 15 000 mit Haupt- und Realschulabschluss. Die anderen beenden ihre Berufsausbildung. Alle Zahlen gelten unter Vorbehalt.

Im Herbst werden nach jetzigem Stand 34 358 Erstklässler an den öffentlichen Grund- und Förderschulen aufgenommen. Sachsen sei gut für das neue Schuljahr gerüstet. "Die Vorbereitung läuft auf Hochtouren", sagte Ministerin Brunhild Kurth (parteilos). Allerdings seien noch nicht alle freien Lehrerstellen besetzt, die Gespräche würden bis in die Ferien andauern, so ihr Sprecher.

Dabei gebe es Probleme mit den Stellen in Schulen auf dem Land. "Die jungen Lehrer beharren auf Einstellung in Ballungsgebieten wie Leipzig und Dresden", schilderte ein Sprecher des Ministeriums das Dilemma. Für den Einsatz in Grund-, Mittel- und Förderschulen außerhalb seien die Absolventen dagegen kaum zu bewegen. "Dafür haben wir bei Gymnasien deutlich mehr Anwärter als Stellen." In den Gesprächen soll daher die Bereitschaft geweckt werden, eventuell in einer anderen Schulart tätig zu werden. Hierfür wünscht sich die Ministerin mehr Flexibilität der Bewerber.

Brunhild Kurth ist dennoch zuversichtlich - fast 90 Prozent der Verträge seien unter Dach und Fach. Nach Angaben ihres Sprechers gibt es landesweit 944 offene Stellen zu besetzen. Nach dem Stand von Ende Mai gehen unter anderem 590 Lehrer mit dem Schuljahresende in den Ruhestand.

Das Ministerium blickt optimistisch auf das neue Schuljahr 2013/2014. Dabei droht wie im Vorjahr Unterrichtsausfall, sollte die Regierung in Sachen Demografie-Tarifvertrag nicht zu Verhandlungen zurückkehren. Die Gewerkschaften streiten seit Monaten um faire Regelungen für Bezahlung, Altersteilzeit und Nachwuchsregelung und haben auch für das neue Schuljahr Streiks angekündigt. Sie fordern ein konkretes Konzept zur Gestaltung des Generationswechsels, faire Regelungen zur Bezahlung und Pläne zur Gewinnung von Lehrkräften. Das Angebot der Regierung vom Juni war bei den Lehrern durchgefallen.

Aktuell lernen im Freistaat 435 600 Kinder und Jugendliche an öffentlichen und freien Schulen. 4,8 Prozent der Schüler hätten nach Angaben des Kultusministeriums einen Migrationshintergrund. Neben rund 328 000 Grund- und Mittelschülern sowie Gymnasiasten gehen rund 105 000 auf berufsbildende Schulen und 2500 besuchen eine Abendschule. Integrativ unterrichtet werden nach Ministeriumsangaben derzeit 6141 Schüler mit und ohne Behinderungen. "Diese Zahl wird voraussichtlich um 1068 auf 7209 steigen", so ein Sprecher.