Nach Schätzungen seien in Sachsen etwa 6000 Menschen nach Opiaten süchtig, 1645 davon in Leipzig, sagte der Dezernent für Jugend, Soziales und Gesundheit, Burkhard Jung.
Weiterhin liege das Alter der Drogensüchtigen mit 14 bis 25 Jahren deutlich unter dem Bundesschnitt mit 33 Jahren. Für 2002 sei schon jetzt ein Anstieg der Drogenabhängigen in dieser Altersgruppe zu verzeichnen, wurde mitgeteilt.
Alkohol und Nikotin seien die Einstiegsdrogen bei Jugendlichen. Zudem hätten nach einem Zwischenergebnis der Studie ein Viertel der Schüler in der 9. Klasse bereits Erfahrungen mit Ecstasy und Canabis. Mit 16 Jahren rauchten bereits 24 Prozent der Mädchen und Jungen, 37 Prozent tränken regelmäßig Alkohol und 29 Prozent hätten bereits illegale Drogen ausprobiert.
Alkohol bleibe aber nach wie vor in Leipzig das größte Suchtproblem. Mit 2430 Alkoholabhängigen in Behandlung sei diese Zahl binnen eines Jahres um zwölf Prozent ge-stiegen und habe eine neue Rekordhöhe erreicht.
Im kommenden Jahr werde Leipzig seine Arbeit zur Prävention fortsetzen und verstärken. Speziell auf den gestiegenen Bedarf an Notübernachtungen und der erhöhten Nachfrage nach Therapien mit Suchtersatzstoffen werde reagiert, sagte Jung. Weiterer Schwerpunkt sei die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über den Missbrauch von Drogen.
Im Bereich der Drogenkriminalität hatte sich Leipzig als Hochburg in Sachsen herausgestellt. 2001 seien mehr als 2000 Straftaten im Zusammenhang mit Drogen registriert worden. Ursache sei die gute Infrastruktur des Ballungsraumes Leipzig-Halle und die Weltoffenheit der Messestadt, sagte Jung. Der Suchtbericht wird seit 1994 jährlich vom Gesundheitsamt und dem Drogenreferat vorgelegt. (dpa/ddp/bra)