"Der Anteil der über 65-Jährigen, die arm sind und Grundsicherung im Alter beziehen, liegt nur bei knapp einem Prozent", sagte die Vorsitzende und SPD-Landtagsabgeordnete Sieglinde Heppener in einem Gespräch. "Das sind etwa 5000 Menschen."
Zumeist handle es sich um allein stehende Frauen mit geringen Renten. Es gebe aber auch eine größere Gruppe von Senioren, deren Rente gerade so reiche, um über die Runden zu kommen.
"Eine deutliche Mehrzahl der Senioren kann heute gut von der Rente leben", sagte Heppener. Durchschnittlich liege sie für Männer bei rund 1000, für Frauen bei 700 Euro pro Monat. Die Situation werde sich jedoch in Zukunft gravierend verändern. "Zahlreiche ältere Menschen in Brandenburg werden dann durch ihre gebrochenen Erwerbsbiografien mit dem Verlust ihrer Jobs nach der Wende nur noch über Minirenten verfügen." Das Risiko von Armut im Alter werde damit erheblich zunehmen.

Vorsorge für Bedürftige
Brandenburg müsse sich jetzt besonders auf den demografischen Wandel mit einer immer älter werdenden Bevölkerung einstellen, forderte die Ratsvorsitzende. Während die Senioren gegenwärtig noch einen Anteil von 17 Prozent an ihr ausmachten, werde dieser im Jahr 2020 auf 25 Prozent wachsen. Die alten Menschen dürften aber in den sich entleerenden ländlichen Räumen nicht allein gelassen werden, sagte Heppener und verwies auf die ärztliche Versorgung sowie den öffentlichen Nahverkehr. Außerdem sei für die stark zunehmende Anzahl Pflegebedürftiger Vorsorge zu treffen.
Während junge Menschen weiterhin in Richtung Westen abwanderten, blieben die Senioren bis auf Einzelfälle hier, stellte die SPD-Politikerin fest. "Besonders im ländlichen Raum sind sie eng mit ihrer Heimat verwurzelt und haben damit kaum das Bedürfnis, die Mark zu verlassen."
Außerdem kämen zunehmend ältere Menschen aus anderen Regionen nach Brandenburg, um sich hier niederzulassen, darunter eine wachsende Zahl Berliner.
"In der Öffentlichkeit wird immer noch häufig ein völlig falsches Bild von der älteren Generation gezeichnet", kritisierte die 73-Jährige. Danach seien Rentner generell alt, krank und oft verwirrt - ein Klischee, das keineswegs zutreffe. "Ein Großteil der älteren Menschen zwischen 60 und 80 Jahren ist fit sowie leistungsfähig und nimmt weiter aktiv am gesellschaftlichen Leben teil."

Immer älter - Tendenz steigend
Mit wachsender Lebenserwartung könnten die Alten besonders im Ehrenamt immer mehr für die Gesellschaft tun. Inzwischen lebten in Brandenburg deutlich mehr als 600 Menschen, die älter als 100 Jahre seien - Tendenz steigend.
Sieglinde Heppener ist seit Oktober 2005 Abgeordnete des Potsdamer Landtages und seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.