Sie sagten den Hellenen ein neues Hilfspaket bis zu 100 Milliarden Euro zu. Dazu kommen aber weitere 30 Milliarden Euro, mit denen die öffentliche Hand den Forderungsverzicht des Privatsektors garniert.

Zieht man von den 100 Milliarden die 30 Milliarden Euro ab, die die Euroländer dem Privatsektor garantieren, dann sinkt dessen Beitrag auf 70 Milliarden Euro. Gemessen an den insgesamt 200 Milliarden Euro, die Athen an neuer Hilfe erhält, schmölze der „Haircut“ (Schuldenschnitt) von 50 Prozent auf 35 Prozent zusammen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte indes, gegenüber dem im Juli vereinbarten Deal steige die Last für Banken und Fonds weit stärker als für die öffentliche Hand. Am 21. Juli hatte der Eurogipfel ein neues Hilfspaket von 109 Milliarden Euro zugesagt, plus einen Beitrag von 50 Milliarden Euro des Privatsektors, was einem Abschlag von 21 Prozent des Gegenwartswertes entsprochen hätte. Aus den 109 werden nun 130 Milliarden Euro für die Europartner und den Internationalen Währungsfonds. Und aus den 50 werden 100 Milliarden Euro für den Privatsektor.

Allerdings könnten sich die Regierungen einen Teil wiederholen. Denn die 30 Milliarden Euro für den Privatsektor sind Absicherungen, die zurückgezahlt werden, wenn die Griechenland-Rettung am Ende des Tages gelingt. Zudem soll Athen die Hälfte der 30 Milliarden über Privatisierungserlöse selbst beisteuern. Auch dahinter steht freilich ein Fragezeichen.

Ob die ganze Rechnung im Detail aufgeht, ist daher noch nicht abschließend abzusehen. Viele Einzelheiten sind noch zu klären. Zudem hat in Brüssel der Internationale Bankenverband stellvertretend für alle Institute verhandelt. Das ist noch keine Garantie, dass sich auch alle Banken beteiligen, wurde in Diplomatenkreisen eingeräumt.

Bis zum Dezember soll der Deal nun wasserdicht gemacht werden – und die Anleihen des Privatsektors im Januar kommenden Jahres gegen neue Papiere des Rettungsfonds EFSF mit einem Abschlag von 50 Prozent umgetauscht werden. Bis dahin liegt noch jede Menge Arbeit vor den Euro-Finanzministern.