Jahrhunderts ausgestorben beziehungsweise verschollen war. Versuche, ihn im Nordwesten wieder heimisch zu machen, laufen seit 1999.

Die Federführung liegt beim Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow, das gemeinsam mit dem Landesanglerverband die Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle im Gewässersystem der Stepenitz betreibt.

Entlang dem Fluss zwischen Putlitz und Perleberg wurden die halbjährigen Junglachse von Booten und Lastwagen aus in die Freiheit entlassen. Die weitgehend naturbelassene und saubere Stepenitz bietet den Fischen gute Lebensbedingungen. "Der Besatz ist immer noch notwendig, weil die Zahl der Laichfische, die jährlich in die Stepenitz zurückkehren, nicht ausreicht, um den Bestand zu halten oder zu verbessern", sagte der Fischerei-Ingenieur Steffen Zahn vom Potsdamer Institut.

Jährlich kommen im Schnitt 15 bis 20 Lachse zum Laichen in die Stepenitz zurück. Die Rückkehrerquote liegt damit bei etwa 0,3 Prozent. "Um einen gesicherten Bestand zu haben, brauchen wir aber mindestens drei Prozent Rückkehrer", erläuterte Zahn. Es lasse sich nicht sagen, wo die Lachse "verloren" gehen. Theoretisch könnten ihnen in den Weltmeeren Fischernetze oder hungrige Seehunde zum Verhängnis werden.

Denkbar ist auch, dass sie in der Elbe beim Laichaufstieg in Fischernetzen enden. "Wir haben auch schon ein gewisses Aufkommen an eigenem Nachwuchs", berichtete Zahn. Etwa zehn Prozent der Junglachse, die aus der Stepenitz abwandern, hätten hier das Licht der Welt erblickt. "Diese Fische haben eben keine Markierung und können so von den Besatzfischen unterschieden werden." Die jetzt ausgesetzten Jungfische stammen aus dem dänischen Fluss Skjern und waren dort in einer Zuchtanlage für Wildlachse etwa sechs Monate lang aufgezogen worden.