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44 Rinder aus Stall in Spreetal gestohlen

Immer häufiger werden Kühe von Weiden gestohlen. Die Polizei will nun reagieren.
Immer häufiger werden Kühe von Weiden gestohlen. Die Polizei will nun reagieren. FOTO: Peter Gercke (LR-COS-REM-633)
Spreetal/Cottbus. Viehdiebe haben in Spreetal (Landkreis Bautzen) 44 Rinder aus einem Stall gestohlen. Unbekannte drangen nach Polizeiangaben am frühen Freitagmorgen in das Gebäude ein und nahmen 21 Kälber und 23 Jungrinder mit. Jan Augustinund Rüdiger Hofmann

Zudem stahlen die Täter Weidezäune und Folien. Der Eigentümer bezifferte den Schaden auf rund 35 000 Euro. Der Kriminaldienst des Polizeireviers Hoyerswerda hat die Ermittlungen aufgenommen.

Im benachbarten Brandenburg sind Fälle von Viehdiebstahl bereits länger ein Thema. So wurden in einer Agrargenossenschaft in Jänschwalde (Spree-Neiße) unlängst 30 Rinder gestohlen. Ende Januar stahlen Viehdiebe in einer Agrargenossenschaft in Neißemünde (Oder-Spree) vier Zuchtbullen aus dem Stall. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden mehr als 40 Fälle bekannt. "Das scheinen echte Vollprofis zu sein, und das macht uns große Sorgen", erklärt Sebastian Scholze vom Landesbauernbund Brandenburg. Die Viehdiebe gingen gezielt vor, holten sich stets die besten Exemplare.

Carmen Lorenz, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Südbrandenburg, bestätigt: "Die Diebe nehmen nur die qualitativ hochwertigen Kühe. Das sind ganz professionelle Banden, die Ahnung von Tierhaltung haben. Man ist irgendwie machtlos." Etwas Hoffnung macht ihr die jüngste Ankündigung der Polizei, die jetzt intensiv gegen die organisierte Kriminalität vorgehen will. Denn ein sicherer Schutz vor dem Diebstahl sei schwierig, weil schlichtweg zu teuer. Carmen Lorenz ermutigt deshalb die Bevölkerung, bei Auffälligkeiten - zum Beispiel Scheinwerferlicht nachts in der Nähe der Anlage - sofort die Polizei anzurufen.