In Kamenz hatten Schüler im November gesagt: "Juden müssen erschossen und vergast werden". In Leipzig nannte im Juni eine Schülerin ihre Lehrerin "Judensau", im September beschimpfte ein Lehrling seinen Ausbilder als "Judenschwein". Vergleichszahlen zum Jahr 2003 wurden nicht genannt.
Das Innenministerium hatte unlängst über einen Anstieg rechtsextremer Delikte in 2004 berichtet. Bezogen auf das Vorjahr stiegen sie um nachweislich 143 Fälle. Außer 63 Gewalttaten gab es im vergangenen Jahr 1271 so genannte Propagandadelikte. In erster Linie geht es dabei um das Tragen oder Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole.
Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden sind die "Jungen Nationaldemokraten" - die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD - bemüht, an den Schulen fester Fuß zu fassen. Dem dienen beispielsweise Publikationen wie "Der Pfeil" und die Schülerzeitung "Der Rebell". Laut Innenministerium gibt es Hinweise, dass Rechtsextremisten aus dem Raum Dresden und der Sächsischen Schweiz die Herausgabe einer Schüler- und Jugendzeitung mit dem Titel "Independent" planen. Sie solle gezielt Jugendliche und Schüler ansprechen, die nicht der rechtsextremen Szene angehören. (dpa/mb)