Die Junge Union will beim Parteitag in Neukieritzsch (Kreis Leipzig) ein eigenes Landesprogramm für Schulsozialarbeit auf den Weg bringen. Damit sollen 300 bis 400 Sozialarbeiterstellen an Sachsens Schulen entstehen, und das ab 2017.

Der Ausbau solcher Angebote werde "perspektivisch an Bedeutung gewinnen", heißt es in dem Antrag. Ein Landesprogramm sei die nötige Grundlage, "um den gestiegenen Anforderungen an die allgemeinbildenden Schulen und die Jugendhilfe nachzukommen". Damit melden die Jungen Wilden von der CDU gleich den ersten Anspruch für den Doppelhaushalt 2017/2018 an. Eine Verbesserung der laufenden Projekte haben CDU und SPD vor einem Jahr im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Im für seine guten Bildungserfolge bekannten Sachsen verlassen immer noch zehn Prozent der Schüler die Schule ohne Abschluss. Die Abbrecherquote zu senken ist dringend nötig. Helfen könnten Sozialarbeiter, die an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Schule zum Einsatz kommen.

Die Opposition, die das Thema lange wachhielt, begrüßt den Vorstoß. Die Linken warnten bereits, dass die Mittel für die rund 160 Projekte schon in diesem Schuljahr ausgehen könnten. Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke findet die individuelle Betreuung "für die Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schulen vielerorts unverzichtbar". Ob allerdings die Kommunen das Landesprogramm zur Hälfte kofinanzieren können, wäre noch abzuwarten.

Ansonsten haben die Jungunionisten noch das Thema Digitale Bildung auf die Tagesordung des Parteitags gesetzt. Die Frauenunion will die Mittel des eingestampften Bundesbetreuungsgeldes in das Landeserziehungsgeld stecken - als "Anerkennung der erzieherischen Leistungen" der Familien.

Den meisten Gesprächsbedarf liefert der Leitantrag "Solidarität leben, Integration ermöglichen, Zuwanderung steuern". Der Arbeitnehmerzweig CDU will den Titel abändern "Solidarität leben, Integration ermöglichen, unkontrollierte Zuwanderung stoppen". Der Ortsverband Dresden-Zschachwitz will den Leitantrag am liebsten ganz streichen und dafür einen Gegenantrag "Zuwanderungswelle stoppen, Menschen vor Ort helfen!" beschließen. Beides lehnt der Landesvorstand ab.