Mindestens 40 Menschen sind am Freitag in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny bei einem Bombenanschlag auf das Regierungsgebäude der von Russland abtrünnigen Kaukasus-Republik getötet worden.

Es handelt sich dabei um den schwersten Anschlag seit dem Überfall auf ein Moskauer Musical-Theater, bei dem am 12. Oktober 129 Menschen ums Leben kamen.

Nach ersten Angaben der Behörden waren am Freitag zwei Selbstmordattentäter mit einem Lastwagen und einem Geländewagen vor das schwer bewachte Regierungsgebäude in Grosny gefahren und hatten dort die Sprengsätze in ihren Fahrzeugen gezündet. Die Agentur Itar-Tass berichtete, mindestens 40 Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden.

An dem vierstöckigen Gebäude im Zentrum der tschetschenischen Hauptstadt entstanden schwere Schäden. Durch die Wucht der Explosionen wurden alle Fenster und Türen zerstört. Die Bomben rissen vor dem Gebäude einen zehn Meter breiten und fünf Meter tiefen Krater. Nach ersten Angaben der Ermittler hatten die Attentäter insgesamt rund eine Tonne Dynamit in die Fahrzeuge geladen.

In dem Haus hielten sich zum Zeitpunkt des Anschlags nach Schätzungen der Behörden zwischen 150 und 200 Menschen auf. Bilder des Fernsehsenders NTW zeigten zahlreiche Verletzte, die blutüberströmt von Hilfsmannschaften in Sicherheit gebracht wurden. Schon kurz nach dem Anschlag bargen Suchmannschaften zwölf Leichen aus den Trümmern.

Der Verwaltungschef von Tschetschenien, Achmed Kadyrow, und Ministerpräsident Michail Babitsch seien zum Zeitpunkt des Anschlags nicht in dem Gebäude gewesen, berichtete NTW. In einer ersten Stellungnahme nannte Kadyrow den im Untergrund lebenden tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow als Verantwortlichen für den Bombenangriff. „Ich weiß mit Sicherheit, dass Maschadow der Auftraggeber und Organisator dieser Tragödie ist“, sagte er der Agentur Itar-Tass.

Zuletzt waren im Oktober dieses Jahres 23 Menschen bei der Explosion eines Sprengsatzes in einer Polizeistation in Grosny getötet worden. Rebellen verüben regelmäßig Sprengstoff-Anschläge auf Gebäude oder Truppentransporter der russischen Armee- und Polizei-Einheiten.

Tschetschenische Rebellen hatten Ende Oktober für Aufsehen gesorgt, als sie mehr als 800 Besucher eines Musicals in Moskau als Geiseln nahmen. Bei der Erstürmung des Theatergebäudes durch die Polizei starben 129 Menschen an dem von den Sicherheitskräften eingesetzten Gas, die 41 Terroristen wurden erschossen.