Derzeit stehen 6500 EU-Soldaten in dem von Kroaten, Serben und Muslimen bewohnten Balkan-Staat, um vor Übergriffen abzuschrecken. Neben der Neuausrichtung der Bosnien-Mission verständigten sich die 27 EU-Verteidigungsminister gestern in Wiesbaden auch darauf, die Zahl der Polizei-Ausbilder für Afghanistan auf 160 zu vervierfachen. Eine ähnliche Operation soll für das Kosovo vorbereitet werden.
Die Verteidigungsminister seien einmütig der Auffassung, in Bosnien angesichts der günstigen Sicherheitslage mit einem Vier-Stufen-Plan für den Abzug zu beginnen, sagte der deutsche Ressortchef Franz Josef Jung (CDU) nach der ersten Arbeitssitzung. "Das Ziel ist, in einem ersten Schritt 3500 Soldaten abzuziehen." Jung führt den Vorsitz, da Deutschland bis Ende Juni die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Nach Angaben de Militärs werden nach dem Abzug von zwei Bataillonen Ende 2007 noch 2500 Soldaten bleiben. Deutschland ist mit Italien der größte Truppensteller in Bosnien. Gegenwärtig sind 830 Bundeswehrsoldaten dort stationiert. Zwischen Mai und Juni solle ihre Zahl um 300 verringert werden, kündigte Jung an.
Zum Engagement der EU in Afghanistan vereinbarten die Minister, die Zahl der Ausbilder für Polizisten auf 160 zu vervierfachen. Bisher sind 40 deutsche Ausbilder vor Ort. Deutschland wird nach den Worten Jungs zusätzlich 30 Feldjäger der Bundeswehr entsenden und dann insgesamt 70 Ausbilder stellen.
"Das ist eine erhebliche Anstrengung der EU", sagte Jung. Das Ziel der Staatengemeinschaft ist, 60 000 Polizisten gut auszubilden. Nach Angaben Jungs haben bisher 17 000 Afghanen eine entsprechende Schulung absolviert. Einigkeit bestand darin, die fünf Sicherheitszonen in dem Land beizubehalten. Die Tagung wird heute fortgesetzt. (dpa/uf)