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35 Sonderzüge voller Techno-Fans

Berlin.. In 35 Sonderzügen rollen in diesem Jahr rund 125 000 Raver aus ganz Deutschland mit der Bahn zur Berliner Love Parade an. Auch die Verkehrsbetriebe der Hauptstadt haben sich auf Zehntausende Techno-Fans eingestellt. Foto: ddp

Die S-Bahn plant in der Innenstadt tagsüber einen Fünf-Minuten Takt, nachts sollen die Züge alle 20 Minuten rollen, teilte das Unternehmen mit. Bei der U-Bahn fahren alle Linien tagsüber in einem noch dichteren Takt, nachts mindestens alle 15 Minuten. Von Freitagabend 18 Uhr bis Sonntagnacht 24 Uhr gilt in der Stadt das „No limit Ticket“ für sieben Euro als Fahrschein.
„Wir können diesen Sonderverkehr nur anbieten, wenn er auch durch den Senat bestellt wird. Wir gehen aber davon aus, dass das, wie in den Jahren zuvor, auch geschieht“, so der Betriebsleiter der S-Bahn, Eberhard Lorenz.
Wie das in den kommenden Jahren aussieht, ist dafür ganz und gar nicht klar. Die Zukunft des Berliner Rave-Spektakels ist ungewiss. Sollte der Techno-Umzug diesen Samstag einen erneuten Besuchereinbruch erleben, werde es 2004 möglicherweise keine Love Parade mehr geben, kündigte Love-Parade-Geschäftsführer Fabian Lenz diese Woche an. „Wenn weniger als 500 000 Raver kommen, dann wird es schwierig für uns“, meinte Lenz.
Der Markt für Musik sei durch das massenhafte Schwarz-Kopieren von CDs geschrumpft. Das wirke sich auch auf die Love Parade aus. Lenz befürchtet, dass sich künftig noch mehr Clubs und Plattenfirmen zurückziehen, weil sich immer weniger einen eigenen Laster auf der Love Parade leisten können. In den besten Zeiten der Love Parade tanzten Ende der 90er-Jahre bis zu 1,5 Millionen Technofans durch den Berliner Tiergarten. Im vergangenen Jahr stürzte die Zahl auf 600 000 bis 750 000 Teilnehmer ab.
Rund um die 15. Love Parade gibt es nach Angaben von Lenz Techno-Partys in mehr als 100 Clubs und an anderen Veranstaltungsorten. Unter dem Funkturm hebt der „Lovestern Galaktika“ mithilfe von DJs wie Blank & Jones, Afrika Islam und Sammy ab. Szene-Stars wie Marusha und Mijk van Dijk stehen bei der „Love Motion“-Party in der Treptower Arena an den Plattenspielern. Im „Electric-Kingdom“ in der Columbiahalle und im Columbia-Fritz gehen unter anderem Westbam, Lexy & K-Paul und Hardy Hard an den Start. (dpa/AFP/uk)