Für die neuen Klassen werden 96 Lehrerstellen neu geschaffen. Die sogenannten Leistungs- und Begabungsklassen (LuBK) beginnen an den weiterführenden Schulen nach der 4. Jahrgangsstufe. Alle anderen Schüler wechseln erst nach der 6. Klasse. Zuvor muss allerdings im Dezember noch das neue Schulgesetz verabschiedet werden, dass diese Spezialklassen und die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf zwölf Jahre vorsieht. Die bisherigen Schnellläuferklassen werden dann nicht mehr neu eingerichtet.
Unter den 31 geplanten Standorten sind 26 staatliche Gymnasien, eine Gesamtschule und vier Gymnasien freier Träger. Rupprecht bedauerte, dass es die neuen Klassen nicht flächendeckend geben werde. Die Prignitz habe sich entschieden, trotz knapper Schülerzahlen die drei Gymnasien (Wittenberge, Perleberg, Pritzwalk) zu erhalten. Damit habe kein Standort die geforderte Dreizügigkeit. Der Kreistag Oberhavel habe die LuBK abgelehnt, die Uckermark wolle noch abwarten. Die Konzepte der Schulen aus Elbe-Elster seien abgelehnt worden.
Eltern von Viertklässlern, die ihre Kinder in die neuen Klassen schicken wollen, müssen dies bis zum 16. Februar 2007 bei ihrer Grundschule anmelden. Bis 2. März erfolgt die Empfehlung der Grundschule. Bis 9. März müssen diese Kinder dann bei einer weiterführenden Schule angemeldet werden. Voraussetzung ist, dass die Viertklässler in den Fächern Mathematik, Deutsch sowie Englisch oder Sachkunde höchstens die Notensumme 5 haben. Zudem wird es an den LuBK-Schulen Tests geben.
Die 31 ausgewählten Schulen haben sich für unterschiedliche LuBK-Klassen entschieden. Dazu zählen musisch-ästhetische, mathematisch-naturwissenschaftliche und sprachlich-gesellschaftswissenschaftliche Konzepte. Andere Schulen würden eine allgemeine Förderung von Begabten anstreben.
Rupprecht widersprach Kritikern, die vor einem Ausbluten der Grundschulen warnen. Rechnerisch würden die 31 Begabtenklassen aus 760 vierten Klassen der Grundschulen gebildet. Angebunden an die sechs Schulämter sollen Stützpunkte der Begabtenförderung entstehen. Die Förderung von schwächeren und stärkeren Schülern dürfe aber nicht gegeneinander ausgespielt werden, warnte Rupprecht. Ziel müsse bleiben, jeden Schüler nach seinen Möglichkeiten zu fördern. (dpa/mb)

Zum Thema Förderung in der Region
 Ab dem kommenden Schuljahr wird es in der Region in Cottbus sowie im Kreis Oberspreewald-Lausitz Begabtenklassen geben. In folgenden Schulen wurden durch das Bildungsministerium Projekte genehmigt:
Max Steenbeck-Gymnasium, Niedersorbisches Gymnasium, Spree-Neiße-Gymnasium (Cottbus), Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide, Paul-Fahlisch-Gymnasium Lübbenau und Friedrich-Engels-Gymnasium Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz).