Wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit musste Praktiker nach tagelangen Spekulationen und horrenden Aktienverlusten an der Börse doch in die Insolvenz. Der beim Amtsgericht Hamburg gestellte Verfahrensantrag erstrecke sich über acht Tochterfirmen in Deutschland, teilte die Holding am Donnerstag mit.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Heidelberger Rechtsanwalt Christopher Seagon bestellt worden. Praktiker strebe an, in einem "Regelinsolvenzverfahren" einen Sanierungsplan zu erstellen, hieß es.

Fü r die sieben Praktiker-Baumärkte in der Lausitz - in Cottbus-Gallinchen, Guben und Brieske-Senftenberg sowie Weißwasser, Görlitz, Bautzen und Zittau - mit gut 300 Mitarbeitern geht damit die Ungewissheit weiter .

Die Geschäftsführerin des verdi-Bezirks Cottbus, Heike Plechte, bezeichnet das Insolvenzverfahren "schon als einen Hammer". Immerhin hätten die Mitarbeiter ihren Beitrag zur Sanierung des tief in den roten Zahlen stehenden Konzerns geleistet, indem sie zugestimmt hatten, für drei Jahre auf jeweils fünf Prozent ihres Jahresgehaltes zu verzichten. Die Insolvenz-Nachricht, so eine verdi-Sprecherin in Berlin, sei eine Tragödie für die Mitarbeiter.

Die derzeit 132 Märkte der Praktiker-Tochter Max Bahr sowie das Auslandsgeschäft sind den Angaben zufolge nicht von der Insolvenz betroffen. Wirtschaft Seite 7