. Das Unternehmen begründet die Schließung der TDI-Anlage in der Lausitz mit dem geplanten Neubau einer solchen Produktion am BASF-Standort in Ludwigshafen. Laut Unternehmenssprecher Arne Petersen soll der Neubau in Rheinland-Pfalz 2014 in Betrieb gehen und Ludwigshafen 200 neue Jobs bringen. Mit 300 000 Tonnen Jahreskapazität soll es die größte Anlage dieser Art in Europa und viermal so groß wie die Produktion in Schwarzheide werden. Der Neubau kostet eine Milliarde Euro. Toluoldiisocyanat (TDI) ist ein wichtiges chemisches Grundprodukt, das vor allem für die Produktion von weichen Schaumstoffen benötigt wird.

Für die 300 Arbeitsplätze, die von der Schließung in Schwarzheide betroffen sind, werde nach einer Lösung gesucht, sagte Unternehmenssprecher Petersen. Das BASF-Werk in Schwarzheide soll nach Angaben von Petersen im Zuge der Produktionsverlagerung umstrukturiert werden. In den nächsten Jahren sollen in der Lausitz vor allem „Spezialitäten“ produziert werden. Dazu gehören zum Beispiel Pflanzendünger. Die TDI-Anlage in Schwarzheide war bereits 1973 Betrieb genommen worden.

Ralf Hermwapelhorst von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) kündigte an, dass man keine betriebsbedingten Kündigungen akzeptieren werde. Zugleich sagte er, dass die IG BCE die Entscheidung aus wirtschaftlichen Gründen aber nachvollziehen könne.

BASF-Schwarzheide ist mit knapp 1800 Mitarbeitern nach Vattenfall der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in der Region.

Die Umstrukturierung in der Lausitz ist nicht der einzige aktuelle Umbau in dem weltweit agierenden Chemiekonzern. Erst am Montag hatte BASF bekannt gegeben, dass der Sitz des Tochterunternehmens für die „grüne Gentechnik“ von Limburgerhof bei Ludwigshafen in die USA verlegt werde. Begründet wurde der Schritt mit der in weiten Teilen Europas fehlenden Akzeptanz bei Verbrauchern, Landwirten und Politikern für die Pflanzenbiotechnologie.