"Ich wollte nie Berufspolitiker werden", sagt er. "Aber ich kann vom Karriereverlauf her nicht abstreiten, dass ich das geworden bin." Heute feiert er sein 30-jähriges Regierungsjubiläum: Am 21. Dezember 1982 wurde Juncker in Luxemburg unter Premierminister Pierre Werner als Staatssekretär für Arbeit und soziale Sicherheit vereidigt.

Für Politik interessierte sich Juncker schon als Kind. "Mein Vater hat mich angehalten, so ab sieben, acht Jahren Zeitung zu lesen. Und hat das auch abgefragt, auf eine legere Art und Weise", erzählt er. Sein Vater war Hüttenwerkspolizist und Gewerkschafter. "Und wenn der seine Kollegen in der Küche zusammenrottete, habe ich aufmerksam zugehört." Der Filius selbst war später auch Mitglied der christlichen Gewerkschaft, bevor er 1974 in die Christlich Soziale Volkspartei eintrat.

Eigentlich wollte Juncker Rechtsanwalt werden. Nach dem Abitur studierte er in Straßburg Jura. Dass er nie als Anwalt gearbeitet hat, bedauert er im Nachhinein. "Weil ich eigentlich gerne ein bisschen Berufsweg gehabt hätte, bevor ich in die Politik überwechselte." Dann aber sei er in die Regierung berufen worden. Und später "immer wieder gewählt worden. Da konnte ich nicht von Bord gehen". Seit Januar 1995 ist er Premierminister in Luxemburg. Und kein bisschen müde: "Bei den Parlamentswahlen 2014 werde ich wieder antreten", sagt er.

Bei der Frage nach seinem größten Verdienst in 30 Jahren Politik bezeichnet Juncker die Vorbereitung des Maastrichter Vertrages und dessen Unterzeichnung als einen Höhepunkt seines Werdegangs. In dem Vertrag vom Februar 1992 wurden die Weichen für die Wirtschafts- und Währungsunion in der EU gestellt. Seit 2005 ist Juncker auch Vorsitzender der Eurogruppe - das Amt gibt er aber Ende Januar ab.

Und wie feiert er seine 30 Jahre? "Ein normaler Arbeitstag: Kabinettssitzung morgens und nachmittags Pressekonferenz oder normales Freitagsgeschäft", sagt Juncker.