Die niedergelassenen Ärzte und ihre Mitarbeiter aus ganz Deutschland zogen beim zweiten nationalen Protesttag vom Roten Rathaus zum Brandenburger Tor. Die Demonstration markierte den Auftakt zu einer nationalen Protestwoche.
"Wir wollen nicht länger hoch qualifizierte Leistungen zu Dumpingpreisen erbringen müssen", sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe. "Wir sind keine Billigarbeiter." Es könne und dürfe nicht sein, dass für die Defizite im Gesundheitssystem immer wieder die Ärzte verantwortlich gemacht würden.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte die Ärzte zum Einlenken auf. Die Ärzte sollten gemeinsam mit den Krankenkassen an einem gerechteren Honorarsystem arbeiten und nach Einsparungen suchen, forderte Schmidt.
Mit dem Protesttag wehrten sich die Ärzte gegen das neue Arzneimittelspargesetz, das zu Einsparungen von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr führen soll. Dabei ist den Medizinern besonders die Bonus-Malus-Regelung ein Dorn im Auge.
Die Mediziner drohten, die Proteste auch noch bis zur Fußball-WM im Sommer auszuweiten. "Bei Bedarf werden wir die Aufmerksamkeit der internationalen Medien nutzen", sagte Martin Grauduszus von der Freien Ärzteschaft. (dpa/roe)