In den vergangenen sieben Wochen hätten etwa 25 000 Zuschauer in mehr als 60 Orten Sachsens, Bayerns und Böhmens ein breites Spektrum kultureller Veranstaltungen erlebt, sagte Festivalintendant Thomas Thomaschke vor dem Abschlusskonzert mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin unter Markus Poschner. Trotz anhaltender Hitze und Fußball-Weltmeisterschaft sei nahezu der Besucherdurchschnitt der vergangenen Jahre erreicht worden.
Insbesondere auf der tschechischen Seite sei er mit der Entwicklung sehr zufrieden, sagte Thomaschke. Die Region Nordböhmen um Usti (Aussig) sei das dritte Mal dabei gewesen und weise eine deutliche Steigerung des Publikumsinteresses auf. Insgesamt habe das Festival noch mehr als bisher seinen Anspruch unter Beweis gestellt, nicht nur ein deutsch-tschechisches, sondern ein europäisches Kunstfest zu sein. Der 15. Jahrgang mit dem Jubilar Mozart im Mittelpunkt habe gefragte Künstler vergangener Festivaljahrgänge ebenso wie erstmals gastierende Stars und exzellenten Nachwuchs eingebunden.
Zu den Festivalinhalten 2007 wollte sich der Intendant noch nicht äußern. Erst müsse die Finanzierung gesichert sein, die jedes Jahr aufs Neue erkämpft werden müsse. Jedoch stehe fest, dass zum Ausbau des grenzüberschreitenden Begegnungsgedankens in Zukunft noch mehr junge Zuhörer erreicht werden sollten, betonte Thomaschke. Dies sei mit Klassik allein mitunter schwer zu machen.
Deshalb öffne sich das Festival Mitte Europa weiter einer großen Breite der Künste wie Literatur, Bildender Kunst, Musik und Tanz und deren Zusammenspiel. Es gehe nicht darum, die Anzahl der Veranstaltungen und der Orte zu vergrößern, sondern die Vielfalt und Qualität zu sichern. Darüber hinaus sei eine stärkere Einbindung des künstlerischen Produktes in die touristischen Aktivitäten der beteiligten Kommunen und Regionen denkbar und wünschenswert.
Das Festival wird von den Regionen Sachsen, Bayern und Böhmen veranstaltet und hatte für 2006 ein Budget von 1,1 Millionen Euro. Es fand erstmals 1991 statt und hat das Ziel, die drei Kulturregionen einander näherzubringen. (ddp/mb)