Die russische Botschaft in Belgrad bestätigte, den Antrag mit den Unterschriften der Bewerber an das Außenministerium weitergeleitet zu haben. Nach Darstellung von Djordjevic soll die Zahl der Antragsteller auf mehr als 100 000 steigen.

Die russische stellvertretende Parlamentspräsidentin Ljubow Sliska von der Regierungspartei Geeintes Russland forderte die Moskauer Staatsführung auf, diese Bitte ernst zu nehmen. „Das ist ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, dass so viele Menschen auf einmal die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes beantragen“, sagte sie. Das müsse geprüft werden und zeige, wie ernst die Lage sei.

Der Schritt der Serben bereite der russischen Regierung ein „delikates Problem“, kommentierten russische Zeitungen am Dienstag in Moskau. Sollte dem Wunsch stattgegeben werden, müsse sich Russland auch um den Schutz seiner neuen Staatsbürger im Kosovo kümmern. Das könne Moskau schnell in den Konflikt mit der von der Nato geführten Schutztruppe Kfor und der EU-Rechtsstaatsmission (Eulex) führen.

Immer wieder kommt es in der Region zu Streitigkeiten. Serbien und die Kosovo-Serben erkennen die vor knapp vier Jahren ausgerufene Unabhängigkeit der fast nur noch von Albanern bewohnten ehemaligen serbischen Provinz nicht an.