Der letzte Kontakt zu der Gruppe, der fünf Deutsche, fünf Italiener, acht Ägypter und eine Rumänin angehören, soll am Donnerstagmorgen per Satellitentelefon zustande gekommen sein. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte gestern, der Krisenstab des Außenministeriums arbeite rund um die Uhr, um ihre Freilassung zu erreichen. Es gebe aber keine neuen Erkenntnisse.

In der Region, in der sich die Gruppe jetzt aufhalten soll, gibt es weder Wasser noch Straßen. Die Touristengruppe war am 16. September von der Oase Dakhla zu einer Tour zum Gilf el-Kebir aufgebrochen. Sie hat Proviant, Wasser und Benzin für eine Tour dabei, die 13 Tage dauern sollte.

Kreuz und quer durch die WüsteNach gestrigen Informationen der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" halten insgesamt 20 Entführer die 19 Geiseln in Schach. Die Kidnapper, die ihre Opfer am vergangenen Freitag in der Wüste im Südwesten Ägyptens überfallen hatten, waren mit den Touristen und ihren Begleitern erst in den Sudan gefahren. Am Donnerstag überquerten sie dann mit ihren Geländewagen nach Angaben der sudanesischen Regierung die Grenze zu Libyen. Die libysche Regierung hat sich bislang noch nicht offiziell dazu geäußert.

Ein ägyptischer Regierungsbeamter sagte der Zeitung: "Wir haben Sorge, dass es das Ziel der Entführer ist, den Tschad zu erreichen." Einer der Täter stamme möglicherweise aus dem afrikanischen Land. Zur Identität der Entführer, von denen mindestens einer englisch sprechen können soll, liegen bislang keine gesicherten Angaben vor. Die Kidnapper sollen sechs Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Zuerst war von sechs Millionen US-Dollar (4,09 Millionen Euro) die Rede gewesen.

Auch Österreicher verschollenBereits seit Februar ist ein Paar aus Österreich verschollen, das mit seinem Geländewagen im Grenzgebiet zwischen Algerien und Tunesien entführt worden war. Die zwei Wüstentouristen sollen nach Mali verschleppt worden sein.dpa/ab