Mindestens 19 000 Gegendemonstranten sind am gestrigen Montagabend nach Schätzungen der Gruppe "Durchgezählt" sternförmig in die Dresdener Altstadt gezogen. Dort feierten etwa 20 000 Anhänger der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" ihren ersten Jahrestag. Pegida machte auch gestern vor allem Front gegen den Zuzug von Asylbewerbern und forderte "Massen-Abschiebungen".

An den Gegendemonstrationen beteiligten sich auch mehrere Mitglieder der sächsischen Regierung. Bundes-Grünen-Chefin Simone Peter rief bei einer Kundgebung auf dem Altmarkt dazu auf, die Flüchtlinge in Deutschland als Bereicherung zu sehen. "Wir wollen ein weltoffenes Deutschland", sagte sie.

Nach der Pegida-Kundgebung kam es zu Ausschreitungen. Die Lager der Pegida-Anhänger und der linken Gegner stünden sich an verschiedenen Punkten in der Stadt gegenüber, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht. "Es ist viel Bewegung drin."

Laut Augenzeugen kam es zu Ausschreitungen von Hooligans und Angriffen von Neonazis. Im Kurznachrichtendienst Twitter kursierten Videos, auf denen zu sehen ist, wie Böller gezündet werden. Der Polizeisprecher bestätigte, dass Beamte mehrfach gezielt angegriffen wurden. Unter ihnen habe es aber keine Verletzten gegeben. Auch Reporter berichteten, wie Pegida-Anhänger Polizisten mit Böllern angriffen. Verletzt wurde aber laut Polizei ein Mann durch Faustschläge, offenbar ein Pegida-Anhänger. Zeitweise hieß es, der Mann sei bei einer Rangelei mit einer Eisenstange geschlagen und schwer verletzt worden.