Zu 18 Jahren haben ihn Pariser Richter am Donnerstagabend im Prozess um den tödlichen Anschlag auf der tunesischen Ferieninsel Djerba verurteilt. Das Al-Qaida-Attentat vom 11. April 2002 hat 21 Menschen das Leben gekostet, unter ihnen 14 deutsche Touristen. Ganczarski war an diesem Tag zu Hause in Duisburg, als ihn der Selbstmordattentäter kurz vor der Tat anrief. "Ich habe nichts damit zu tun!" Diesen Satz hat der 1986 zum Islam übergetretene Spätaussiedler aus Polen x-mal im Prozess gesagt. Dass er den Attentäter Nizar Nawar kannte, leugnet er nicht, und auch nicht, dass er bei seinen vielen Aufenthalten in Afghanistan Al-Qaida-Führungsmitglieder traf. Aber Selbstmord attentate lehne er ab, sagt Ganczarski, mit dem auch ein Bruder des Attentäters zu zwölf Jahren verurteilt wurde. Noch immer Folgen spürbar Fakt ist, vier Stunden nach einem Telefonat Ganczarskis mit Nawar sprengte dieser sich vor der Synagoge von Ghriba mit einem mit Flüssiggas beladenen Lastwagen in die Luft. Durch die Explosion wurde ein Feuerball durch den Eingang des beliebten Touristenziels gedrückt. Deutsche Überlebende schilderten in dem Prozess, wie sie noch heute mit den Folgen ihrer Verbrennungen kämpfen oder durch den Verlust von Angehörigen traumatisiert sind. Für die deutschen Nebenkläger ist deshalb wichtig, dass Ganczarski auch wegen des Attentats verurteilt wurde und nicht nur wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, wie ihre Anwältin Judith Adam-Caumeil sagt. Dass die Richter mit den 18 Jahren deutlich unter den 30 Jahren blieben, die von der Staatsanwaltschaft gefordert wurden, sei da nicht so wichtig. "Marschbefehl" für Attentäter Die Richter folgten dabei der Argumentation des Anklägers, der in dem 112 Sekunden langen Gespräch von Ganczarski und Nawar eine Art "Marschbefehl" für den Attentäter sah. Nawar bittet Ganczarski darin, für ihn zu beten. Experten bewerteten die verwendeten religiösen Formeln in dem Prozess unterschiedlich. Ganczarskis Anwalt Sebastien Bono betonte, der Attentäter habe seinen Mandanten wohl nur angerufen, weil er jemanden suchte, der "fromm und Gott nahe ist". Das sei Ganczarski - aber auch "naiv", fügte er wohl mit Blick auf die sechs Afghanistan-Reisen seines Mandanten hinzu. Für die Taliban habe er "Sympathie und Bewunderung" empfunden, weil sie "den einzig wahren Gottesstaat errichten wollten", so Ganczarski. Er habe sie unterstützen wollen.