Für die Anfrage wurden Einträge im polizeilichen Auskunftssystem ausgewertet, hieß es. In der Liste finden sich neben dem Besprühen von sorbischen Ortsschildern auch mehrere Fälle von Bedrohungen und Körperverletzung. So wurden zuletzt in Ralbitz und Ostro (Landkreis Bautzen) vor allem Jugendliche vermutlich von Rechtsextremen bedroht. Die LAUSITZER RUNDSCHAU berichtete über diese Vorfälle.

Im April sprühten Unbekannte in Bautzen "Sorben raus" an eine Brücke. Laut Innenministerium kommen in betroffenen Regionen verstärkt mobile Einsatz- und Fahndungsgruppen zum Einsatz, vor allem bei sorbischen Veranstaltungen.

Zusätzlich sollen sogenannte Bürger-Polizisten vor Ort für mehr Sicherheit und Austausch zwischen Behörden und Sorben sorgen.

In Teilen der sächsischen Lausitz attackieren seit einiger Zeit teils maskierte Täter gezielt Jugendliche, die der nationalen Minderheit der Sorben angehören.

Das Operative Abwehrzentrum (OAZ) übernahm die Ermittlungen. Diese Polizeieinheit ist für Extremismus im Freistaat zuständig, vor allem für Rechtsextremismus.

Im Nachbarland Brandenburg hat es in den vergangenen Jahren keine rechtsextremen Übergriffe auf Sorben gegeben, wie dort eine parlamentarische Anfrage ergab.