Im Vormonat waren es mit 710 erst die Hälfte. Ob sich daraus ein Trend für die Zukunft ableiten lasse, könne aber noch nicht gesagt werden.
Die zunächst mit Skepsis betrachtete Ich-AG ist Teil des Hartz-Konzeptes zur Reform des Arbeitsmarktes. Wer die Chance nutzt, über diese neue Form eine eigene Existenz zu gründen, bekommt eine Förderung vom Arbeitsamt. Im ersten Jahr sind das 600 Euro monatlich, im zweiten 360 Euro und im dritten Jahr noch 240 Euro. Allerdings darf das Jahreseinkommen 25 000 Euro nicht überschreiten.
"Bisher wurden die Ein-Personen-Unternehmen vor allem auf dem Bausektor sowie in den Bereichen Dienstleistungen, Spedition, Hauswirtschaft, Handel oder Versicherungen gegründet", sagte Welz. "Die Ich-AG kann auch der Einstieg in eine Existenz sein, die expandiert." Die Arbeitsämter seien darauf eingerichtet und könnten dann mit Kursen, zum Beispiel zum Steuerrecht, unterstützen. Dass durch die Neugründungen ein Verdrängungswettbewerb stattfinden könnte, glaubt der Arbeitsamtsexperte nach eigener Aussage nicht.
"Das herkömmliche Existenzgründerprogramm ist eines der erfolgreichsten arbeitsmarktpolitischen Instrumente", sagte Welz. "Die Statistik belegt, dass 82 Prozent der Existenzgründer ein halbes Jahr nach ihrem Einstieg in die Selbstständigkeit noch aktiv sind", erläuterte er. "Wenn man bedenkt, dass mit jeder Existenzgründung zwei bis drei Arbeitsplätze verbunden sind, ist es gerechtfertigt, hier weiterhin zu fördern", sagte Welz.
Nach Angaben des Landesarbeitsamtes wurden im vorigen Jahr in Sachsen Überbrückungsgelder in Höhe von 75,3 Millionen Euro gezahlt und damit etwa 11 000 Existenzgründer gefördert. "Auch im aktuellen Haushalt stehen ausreichend Fördermittel zur Verfügung." (dpa/bra)